Oberhausen

Gemüse vom Dach des neuen Jobcenters

Pressemitteilung / 9.6.2015

Das neue Jobcenter in Oberhausen könnte zum möglichen Trendsetter für urbanen Gartenbau werden. Am 9. Juni unterzeichneten die OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH und Fraunhofer UMSICHT ein Memorandum of Understanding, das den Bau einer gebäudeintegrierten Gemüseproduktion nach dem inFARMING®-Konzept auf dem Dach des Neubaus vorsieht.

© Foto Fraunhofer UMSICHT

Gebäudeintegrierte Gemüseproduktion nach dem inFARMING®-Konzept auf dem Dach des Jobcenter-Neubaus in Oberhausen geplant: Unterzeichnung des Memorandum of Understanding; v. l.: Volkmar Keuter, Leiter Fraunhofer-inHaus-Zentrum, Prof. Görge Deerberg, stellvertretender Institutsleiter Fraunhofer UMSICHT, Apostolos Tsalastras, erster Beigeordneter des Dezernats Finanzen, Kultur und Kämmerer der Stadt Oberhausen, Hartmut Schmidt, Geschäftsführung OGM.

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Das Memorandum of Understanding ist unterschrieben, v. l.: Simone Krause, Ressourcen- und Innovationsmanagement Fraunhofer UMSICHT, Horst Kalthoff, Geschäftsführung OGM, Prof. Görge Deerberg, stellvertretender Institutsleiter Fraunhofer UMSICHT, Volkmar Keuter, Leiter Fraunhofer-inHaus-Zentrum, Hartmut Schmidt, Geschäftsführung OGM, Apostolos Tsalastras, erster Beigeordneter des Dezernats Finanzen, Kultur und Kämmerer der Stadt Oberhausen, Sabine Lauxen, Beigeordnete des Dezernates Umwelt, Gesundheit, ökologische Stadtentwicklung der Stadt Oberhausen.

Ein großer Teil der Erdoberfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Damit einher geht ein enormer Ressourcenverbrauch – alleine 70 Prozent[i] des weltweit verfügbaren Trinkwassers fällt auf diesen Sektor. Dazu kommen weitere kritische Punkte wie Wasserverunreinigung und Treibstoffverbrauch aufgrund globaler Produktion. Deutlich ressourcensparender ist die regionale Wertschöpfung. Doch insbesondere im urbanen Raum sind die Flächen rar – hier sind alternative Lösungen gefragt. Eine Möglichkeit, lokal frische Lebensmittel bereitzustellen, sind urbane Stadtfarmen, wie sie das von Fraunhofer UMSICHT entwickelte Konzept inFARMING® vorsieht. Mittels intelligenter Verknüpfung von Produktionssystemen und Gebäudeinfrastrukturen werden kommunale und industrielle Stoff- und Energieströme nachhaltig genutzt. Etwa durch ROOF WATER-FARM, ein Projekt, in dessen Rahmen die Wasserströme aus Gebäuden zur Versorgung von Pflanzensystemen verwendet werden. InFARMING® zeigt, dass der Anbau in speziellen Gewächshäusern auf dem Dach oder an Fassaden, die in Ballungszentren integriert sind, eine ressourcenschonende und flächeneffiziente Möglichkeit des Gartenbaus bieten kann.

Memorandum of Understanding

Die Stadt Oberhausen hat das Potenzial urbaner Stadtfarmen erkannt und nutzt die Synergien mit der hiesigen Forschungslandschaft. Am 9. Juni haben die OGM, vertreten durch deren Geschäftsführung, und Fraunhofer UMSICHT, vertreten durch deren stellvertretenden Institutsleiter, Prof. Görge Deerberg, ein Memorandum of Understanding unterzeichnet: Auf dem Dach des geplanten Neubaus des Oberhausener Jobcenters – Ecke Altmarkt/Marktstraße/Friedrich-Karl-Straße – soll eine gebäudeintegrierte Gemüseproduktion nach dem inFARMING®-Ansatz entstehen. Im Vorfeld der Vereinbarung haben die Partner bereits intensive Gespräche geführt, bei denen die beabsichtigte Zusammenarbeit manifestiert wurde.

Die Experten von Fraunhofer UMSICHT um Volkmar Keuter, Leiter des Fraunhofer-inHaus-Zentrums, und Simone Krause, Innovationsmanagement, werden ihr strategisches und technisches Know-how einbringen und den Bau, für den die OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH verantwortlich ist, beratend begleiten. Nach Fertigstellung wird das Institut weiterhin in das Projekt involviert sein, wenn es die Gemüseproduktion zu Forschungs- und Entwicklungszwecken nutzt.

 

OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH

Gegenstand des Unternehmens OGM GmbH ist in diesem Fall der Erwerb, der Um- und Neubau (als Generalunternehmer) sowie die Verwaltung und Vermarktung von Flächen in Oberhausen.

Fraunhofer UMSICHT

Fraunhofer UMSICHT versteht sich als Wegbereiter der nachhaltigen Energie- und Rohstoffwirtschaft. Das Institut erforscht und entwickelt mit seinen Partnern nachhaltige Produkte, Prozesse und Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Polymerwerkstoffe, Chemie, Umwelt, Biomasse und Energie. Seit seiner Gründung im Juni 1990 engagiert sich Fraunhofer UMSICHT beim Strukturwandel in Stadt und Region mit neuen Ideen, Technologietransfer, Ausgründungen und bei der Bildung von Netzwerken im Bereich Forschung und Entwicklung.

 

[i] Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission Weltwasserbericht 2014. (letzter Zugriff 3.6.15)