Pressemitteilung
Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik
Große Momente in kleinen Bildern: skurril, humorvoll, poetisch, surreal
Ausstellung Short Stories – Zeichnungen von Manfred Gliedt
Pressemitteilung 23.1.2012
Manfred Gliedt erzählt Geschichten. Doch er schreibt sie nicht auf. Er zeichnet sie. Seine Zeichnungen halten Momente zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein fest. Der gebürtige Mülheimer bringt seine poetischen Kurzgeschichten mit Wirtstiften aufs Papier und haucht seinen Figuren mit Gouache-Farben Leben ein. Dabei arbeitet er konsequent kleinformatig und zwingt den Betrachter, nah ans Bild zu gehen. Die Ausstellung »Short Stories – Zeichnungen von Manfred Gliedt« wird am Sonntag, den 26. Februar 2012 in der Reihe »46D – Kunst und Kultur bei Fraunhofer UMSICHT« in Oberhausen eröffnet. Die Eröffnungsrede hält Dr. Christine Vogt, Direktorin der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen.
Menschen sind sein Sujet. Genauer noch deren unbewusste Handlungen. Dinge, die der Kopf schon weiß, bevor sie in die Tat umgesetzt werden. Jener Bereich der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist, beschäftigt Manfred Gliedt (1961) lange schon. Vor Jahren begann er die unbewussten psychischen Prozesse festzuhalten, die das menschliche Handeln, Denken und Fühlen entscheidend beeinflussen.
Die unterschiedlichsten Handlungen können das sein: skurril, humorvoll, poetisch, melancholisch, gern surreal. Wie die Frau mit den blauen Haaren und dem langen gemusterten Kleid, die Kringel in die Luft bläst oder singt. Oder der Mann, der auf dem Sessel hockt. Mit angezogenen Beinen beobachtet er eine Löwin, die auf dem Podest vis-a-vis sitzt und ihn beobachtet. Die Frau in Blau wiederum lässt auf ihrer Haut ein Segelboot gleiten. Sie selbst taucht dabei mit dem Unterkörper ab.
So filigran wie diese Stimmungen sind die Zeichnungen des Autodidakten, der klassische Gitarre studierte. Das Plakative, Große liegt ihm nicht. Er fasst große Momente in kleine Bilder. Spezialisiert aufs Kleinformat zwingt er den Betrachter nah an die Arbeiten heran. Die poetischen Stimmungsbilder führen den Betrachter Blatt für Blatt in die zerbrechliche Welt der Gefühle, Träume und Zustände. Manfred Gliedt lockt heraus, was hinter dem Lauten ist. Dicht an dicht gereiht erzählen die Zeichnungen kurze Geschichten von leicht vergänglichen, unbewussten Momenten, die im hektischen Alltag meist nicht wahrgenommen oder schnell wieder vergessen werden.
Zur Person
Manfred Gliedt wird 1961 in Mülheim geboren. Aufgewachsen direkt an der A 40, Ausfahrt Styrum, besucht er in Oberhausen die Anne-Frank Realschule. Nach seiner Ausbildung zum Elektromaschinenmonteur reist er ein Jahr lang durch Kanada, die Vereinigten Staaten und Mexiko. Zurück im Ruhrgebiet holt er das Abitur nach und studiert Musik. Seinen künstlerischen Ausdruck sucht er parallel in der bildenden Kunst. Autodidaktisch malt er sich durch die Kunstgeschichte, wie er selbst sagt, belegt einen Kurs für Malerei am Deutschen Institut für Puppenspiel in Bochum. Gezeichnet habe er schon immer. In einem Atelier im Hinterhof eines Hauses an der Brücktorstrasse in Oberhausen, in einem Atelier im Drucklufthaus, zu dem er dort 1991 mit zwei Bildhauern und einem Zeichner eine alte Fahrzeuggarage umfunktioniert. Hier hat er viel Platz. Doch je mehr Platz er hat, umso kleiner werden seine Arbeiten. Nach über 20 Jahren verlegt er seinen Atelierstandort von Oberhausen nach Düsseldorf. Dort arbeitet er seit zwei Jahren.
Vier Fragen an Manfred Gliedt
1. Was er am Ruhrgebiet schätze, bringt er auf den Punkt: »Ich bin hier aufgewachsen. Das Ruhrgebiet gehört zu meinen Genen.«
2. Wen er gern treffen möchte, lässt er offen: »Die Menschen, die man treffen wird, trifft man. Dabei sind mir alle Menschen gleich wichtig. Ich möchte niemand speziellen treffen.«
3. Was ihn dazu bringen könne, großformatig zu arbeiten, macht er klar: »In der Größe verliert man die Intensität. Ich will zeigen, was hinter dem Lauten ist. Deshalb bleibe ich beim Kleinformat, das ist intimer.«
4. Was er mit Nachhaltigkeit verbindet, kann er nur anreißen: »Nachhaltigkeit ist ein sehr spannendes Thema, das aber zu vielschichtig ist, um es kurz abzustecken. In meinem Alltag versuche ich mich nachhaltig zu verhalten, trenne meinen Müll und fahre möglichst wenig mit dem Auto. Künstlerisch kam ich im vergangenen Jahr mit diesem Thema in Kontakt. Ein Freund von mir, Thomas Stricker, „stomperte“ in Holland ein Kornfeld. Beim Stompern, das an das englische „stamp“ für Fußstampfen angelehnt ist, haben wir mit den Füßen einen 70 Meter großen Kreis in ein Kornfeld eingestampft. Der war im Ganzen nur aus der Luft zu erkennen. Ich assistierte bei der Aktion, in deren Fokus die Produktion von Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen stand und die auf die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Natur und Technik aufmerksam machen sollte.«
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Anmeldung erforderlich
Die Ausstellung ist wochentags von 9:00-16:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 15:00 Uhr). Der Eintritt ist frei, um eine Anmeldung bis spätestens einen Tag vorher wird gebeten.
Die Vernissage findet am Sonntag, den 26. Februar 2012 von 11-13 Uhr in Gebäude D bei Fraunhofer UMSICHT an der Osterfelder Str. 3 in 46047 Oberhausen statt. Eine Anmeldung zur Vernissage ist bis zum 23.02.2011 erforderlich.




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