Vier Fragen an ...

... Dr. Luis Piedra-Garza, thyssenkrupp AG, Leiter des Teilprojekts »L-0 Systemintegration«

Interview vom 10.03.2021

Luis Piedra-Garza
Luis Piedra-Garza, thyssenkrupp AG, Leiter des Carbon2Chem®-Teilprojektes »Systemintegration«

Als Leiter des Teilprojekts »L-0 Systemintegration«, was wurde aus dieser Perspektive betrachtet bislang im Verbundprojekt Carbon2Chem® erreicht?

Luis Piedra-Garza: Durch die Verwertung von Hüttengasen aus der Stahlproduktion und insbesondere durch die Nutzung des in den Hüttengasen enthaltenen CO2 als Synthesegas für die Herstellung von Basischemikalien wie Ammoniak oder Methanol können die Emissionen in der Stahlerzeugung deutlich reduziert werden. Durch den Einsatz dieser Stoffe in der Chemieindustrie wird zudem der Bedarf an fossilen Rohstoffen wie Erdgas und Naphtha deutlich verringert und somit CO2 Emissionen reduziert. Der Kern des Teilprojektes liegt in der Systemintegration und der ganzheitlichen Analyse, da die Betrachtung einzelner sektorspezifischer Maßnahmen nicht zielführend ist für die Erreichung der Klimaziele. Im Teilvorhaben L-0 wurde das cross-industrielle Netzwerk von Carbon2Chem® über Simulationen abgebildet und über das Technikum in Duisburg im Pilotmaßstab umgesetzt. Die so erstellten Verbundkonzepte wurden technisch, wirtschaftlich und ökologisch analysiert und bewertet.

Was waren Highlights? 

Luis Piedra-Garza: Methanol und Ammoniak konnten deutlich vor dem beabsichtigten Termin produziert werden. Des Weiteren wurde eine umfangreiche Simulation und Modellierung aufgebaut. 

Was waren die größten Herausforderungen? 

Luis Piedra-Garza: Die technischen Anlagen im geplanten Zeitrahmen fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen.

Welche nächsten Schritte sind geplant?

Luis Piedra-Garza: Die Weiterführung der bestehenden Aktivitäten, die Einbindung neuer Partner und potenzieller Kunden, der Weiterbetrieb des Elektrolyseurs als Demonstrator und Wasserstoffquelle, der Beweis der Robustheit der Technologie durch Langzeitversuche im Technikum und der Nachweis der Skalierbarkeit.