Forschungsverantwortung

Verantwortung der Wissenschaft in der Innovations- und Wertschöpfungskette

Es ist unsere Überzeugung, dass sich zukünftig nur die Technologien und Produkte in den Märkten durchsetzen werden, die - neben ihrer Funktion - ökologische und soziale Unbedenklichkeit bieten.

Aus unserer Sicht genügt es nicht, die dafür nötige Technikbewertung institutionell und zentral zu verankern. Stattdessen muss die innovationsbegleitende Technikbewertung zum Methodenkanon jedes verantwortlichen Wissenschaftlers gehören.

Gerade für Innovationen erscheint es uns sinnvoll, bei den Wirkungsabschätzungen eines Produktes die absoluten Wirkungen in den Fokus zu stellen. Nur so lassen sich auch absolute Beiträge zur Entlastung der Öko- und Sozialsysteme bei gleichzeitigem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit erzielen.

Wir stellen uns vor allem auch die Frage, welche Form von FuE-Projekten dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung am besten entspricht. Wir befürworten hier die Partizipation, Inter- und Transdisziplinarität, die wir in unseren Projekten noch verstärken wollen.

 

LeNa – Leitfaden Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungsinstitutionen

Das große Verbundprojekt LeNa ist vom BMBF gefördert und lief von Oktober 2013 bis November 2016. Das Projekt verband verschiedene Fraunhofer-, Helmholtz- und Leibniz-Institute, die einen umfassenden Leitfaden für das Nachhaltigkeitsmanagement in allen zu den Gemeinschaften gehörigen Einrichtungen erarbeitet haben.

Das Projekt war in drei Teilprojekte unterteilt:

  1. Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung,
  2. Personal und
  3. Ressourcen und Bau.

Während (2) und (3) die Verbesserung der internen Abläufe in den Einrichtungen betrafen, adressierte (1) die Verantwortung der Führungskräfte und der Forschenden gegenüber Gesellschaft und Umwelt.

Fraunhofer UMSICHT arbeitete hier an der Entwicklung der zentralen Handreichung, der Roadmap sowie von Fact Sheets für Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung mit. Die Fact Sheets sind in einem Reflexionsrahmen zusammengefasst, der ab 2017 in den Einrichtungen und Instituten Anwendung finden soll. Er enthält zwölf Fact Sheets zu Kriterien des gesellschaftlich-verantwortungsvollen Forschens. Darunter z. B. Transparenz, Orientierung am gesellschaftlichen Bedarf, Transdisziplinarität und – unter Hauptautorschaft von UMSICHT – Ethik. Diese Fact Sheets sollen eine Hilfe in der Praxis und eine Einführung in das Thema geben, auch und gerade für Forschende ohne Vorerfahrungen in Nachhaltigkeitsthemen. Bei der Implementierung des LeNa-Prozesses in den Organisationen arbeitet Fraunhofer UMSICHT mit im LeNa-Rat und im LeNa-Forum »Forschung«. Der LeNa-Rat vertritt den Prozess nach außen und entwickelt ihn strategisch weiter, das LeNa-Forum »Forschung« untersucht offene Forschungsfragen und erarbeitet neue wissenschaftliche Ansätze für das Nachhaltigkeitsmanegement.
 

RRI Tools – Tools for Responsible Research and Innovation

Fraunhofer UMSICHT nimmt als third party am RRI-Tools-Projekt teil. RRI-Tools ist ein großes EU-Projekt, das ebenfalls eine Toolbox zum Ziel hat. Im Unterschied zu LeNa richtet diese sich an Forschung und Innovation in allen EU Ländern. Koordinator (national hub) für Deutschland ist der Wissenschaftsladen Bonn, weitere Nationale Partnerin ist die Vereinigung deutscher Wissenschaftler. Die third parties sind Praxispartner des Projekts in der wissenschaftlichen Community.

Was haben wir erreicht?*

  • Innovationsbegleitende Technikbewertung nach Nachhaltigkeitsaspekten initiiert


Woran arbeiten wir?

  • Aufbau und Inbetriebnahme einer Webplattform für nachhaltige, offene Innovation
  • Compendium: Erfinde die Zukunft - Ein Handbuch für nachhaltige Innovationen
  • Entwicklung einer internen Policy in Bezug auf die Kommunikation von FuE-Ergebnissen

*Beispiele aktueller Maßnahmen