UMSICHT-Wissenschaftspreis 2013

Preisverleihung: Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft

Pressemitteilung / 17.7.2013

Der Förderverein von Fraunhofer UMSICHT hat den UMSICHT-Wissenschaftspreis 2013 verliehen. Dr. Benjamin Simstich erhielt den Preis in der Kategorie Wissenschaft für seine Arbeit über getauchte Membran-Bioreaktortechnologie (MBR), ein Verfahren zur Abwasserreinigung. Nina Lindlahr sowie Jürgen Bischoff und Jörn Auf dem Kampe sind Preisträger in der Kategorie Journalismus. Sie werden für ihre verständliche Kommunikation von Energie- und Umweltthemen ausgezeichnet. Schirmherr Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, Vorstand des Wissenschaftsforums Ruhr e.V., verlieh die Preise am 16. Juli bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen.

Die Preisträger (v.l.): Nina Lindlahr, Jörn Auf dem Kampe, Jürgen Bischoff und Dr. Benjamin Simstich.

Sponsoren, Jury und Preisträger.

Der vom UMSICHT-Förderverein verliehene Wissenschaftspreis fördert den Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft zu aktuellen Themen in den Bereichen Umwelt-, Sicherheits-, und Energietechnik. Herausragende industrie- und marktnahe Forschungsarbeiten sowie journalistische Beiträge aus diesen Bereichen prämiert der Förderverein zum vierten Mal in Folge mit insgesamt 15 000 Euro. Ein ressourcensparendes Verfahren zur Abwasserreinigung, die kindgerechte Kommunikation des Klimawandels und ein Report über die Suche nach Atomendlagerstätten sind die Themen der prämierten Arbeiten.

Die Preisträger Dr. Benjamin Simstich (33), Nina Lindlahr (32), Jürgen Bischoff (59) und Jörn Auf dem Kampe (39) setzten sich mit ihren herausragenden Arbeiten gegen insgesamt 40 Bewerbungen durch. Das Preisgeld von 10 000 Euro in der Kategorie Wissenschaft und jeweils 2500 Euro in der Kategorie Journalismus, nahmen die Prämierten am 16. Juli, während einer öffentlichen Verleihung von Schirmherr Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer bei Fraunhofer UMSICHT, entgegen.

Preisträger Wissenschaft: Dr. Benjamin Simstich

Dr. Benjamin Simstich erhielt den UMSICHT-Wissenschaftspreis 2013 in der Rubrik Wissenschaft für seine Dissertation »Einsatz der getauchten MBR-Technologie zur thermophil aeroben Behandlung von Kreislaufwässern der Papierherstellung«. Exemplarisch für die wasser- und energieintensive Papierindustrie entwickelt der 33-Jährige ein neues Konzept zur Abwasserreinigung, das durch prozessintegriertes Recycling Wasser und Energie einspart.

Er setzt mit der Bioreaktortechnologie ein klassisches Verfahren ein und betreibt es unter bisher ungenutzten Prozessbedingungen. Während beim klassischen Verfahren sauerstoffliebende, aerobe Mikroorganismen chemische Verbindungen im Prozesswasser unter moderaten Temperaturen von 20-30 Grad Celsius abbauen, setzt Simstich die Mikroorganismen höheren Temperaturen um 50 Grad Celsius aus. Er betreibt das Verfahren thermophil. Da dies mit der konventionellen Verfahrenstechnik nicht möglich ist, taucht er zudem eine Membran in den Bioreaktor.  

Der Clou der Verfahrensidee

Das biologisch gereinigte Wasser wird über die Membran abgetrennt und ist bei seiner Rückführung in den Papierherstellungsprozess deutlich wärmer als das Frischwasser, das es ersetzt und das erwärmt werden müsste. In einem Schritt werden somit Wasser und Energie eingespart. Darüber hinaus benötigt der Prozess wenig Strom, da die getauchte Membranvariante eingesetzt wird, die gegenüber der druckgetriebenen Variante effizienter ist.

Die Fachjury zeichnet die Arbeit aus, da sie in Branchen, die einen sehr hohen Wasserverbrauch aufweisen, einen zukunftsweisenden Beitrag zum Ressourcenschutz schafft und hilft, Energie zu sparen. Zudem verzeichnete sie insbesondere bei den Kriterien fachwissenschaftliches Niveau und Art der Darstellung einen Vorsprung vor anderen sehr guten Beiträgen.

Dr. Benjamin Simstich ist Forschungsprojektleiter bei der Papiertechnischen Stiftung, PTS in München.

Preisträger Journalismus: Nina Lindlahr

Nina Lindlahr wurde für ihren TV Beitrag »Land unter – Versinken die Niederlande?« ausgezeichnet. In ihrem Film für das Sendeformat neuneinhalb des WDR bereitet sie in neuneinhalb Minuten den Klimawandel, ein wissenschaftlich anspruchsvolles Thema, spannend, verständlich und für Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren nachvollziehbar auf. Sie erklärt am Beispiel eines Überschwemmungsgebietes in den Niederlanden warum die Gefahr für Überschwemmungen immer größer wird. Zielgruppengerecht präsentiert Lindlahr die Herausforderungen des Klimawandels und Lösungsmöglichkeiten. Besonders gut gelingt ihr die Vermittlung der technischen und naturwissenschaftlichen Inhalte.

Mit diesem Preis hebt die Fachjury die hohe Bedeutung der Technikvermittlung in der Ansprache von Kindern hervor, die frühzeitig an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) heranführt.

Nina Lindlahr ist zu gleichen Teilen als Redakteurin und Moderatorin bei der tvision GmbH, Köln  sowie als freie Journalistin tätig.

Preisträger Journalismus: Jürgen Bischoff und Jörn Auf dem Kampe

Jürgen Bischoff und Jörn Auf dem Kampe teilen sich den Preis in der Kategorie Journalismus. Sie widmen sich in ihrem Artikel »Wohin damit?« den Folgeaspekten der Kernenergie. Erschienen in GEO, Heft 3/2012 stellen sie die Möglichkeiten des Umgangs mit Atommüll vor und wiegen Vor- und Nachteile ab. In ihrem Report geben sie einen Überblick über den Stand der Suche nach sicheren Endlagern. Sie zeigen die Visionen und Illusionen der national wie international diskutierten Lösungsvorschläge eines Themas auf, das außerordentlich aktuell ist.

Ihre bildhafte Schreibweise rüttelt den Leser wach und sensibilisiert ihn für die vielen ungelöste Fragen und noch anstehende Aufgaben. Dabei besitzt der Beitrag nicht zuletzt wegen der erläuternden Grafiken die notwendige technische Ausrichtung und Fundierung.

Die Fachjury würdigt mit diesem Preis einen journalistisch sehr gut recherchierten und aufbereiteten Artikel.

Jürgen Bischoff ist als Autor und Wissenschaftsreporter vornehmlich für GEO tätig. Jörn auf dem Kampe arbeitet als Redakteur bei GEO kompakt und GEO.

Informationen zum UMSICHT-Förderverein

Der UMSICHT-Förderverein ist ein wesentliches Element eines lebendigen und leistungsfähigen Umfelds des Fraunhofer-Instituts UMSICHT. Die Mitglieder des Vereins unterstützen das Institut bei der Realisierung von Forschungs- und Entwicklungsideen zur Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik. Darüber hinaus beteiligt sich der Verein an der Veranstaltung von Kongressen und Seminaren, fördert Nachwuchs- und Gastwissenschaftler/innen.

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