Altmarktgarten

Dachgarten als Ort der urbanen Produktion, Forschung und Begegnung

Pressemitteilung / 24.5.2017

Auf dem Dach des zukünftigen Jobcenters am Altmarkt in Oberhausen wird eine gebäudeintegrierte Gemüseproduktion nach dem inFARMING®-Konzept von Fraunhofer UMSICHT entstehen. Das Gebäude soll die Innenstadt beleben, zu einem Ort des Austauschs werden und die Bürgerinnen und Bürger mit lokal hergestellten Produkten versorgen. Ein Info-Pavillon ist gerade eingeweiht, an einem Infoabend informierten sich zahlreiche Interessierte über die Details und das Konzept.

Stadtpavillon am Altmarktgarten
© Foto Oberhausener Gebäudemanagement GmbH/Jochen Emde

Der Stadtpavillon wurde am 13. Mai offiziell eingeweiht.

© Foto Fraunhofer UMSICHT

Das Projekt bindet die Oberhausener Bürgerinnen und Bürgerinnen mit verschiedenen Aktionen mit ein.

Gemüse und Obst von den Dächern der Stadt? Erntefrisch direkt auf dem Wochenmarkt zu kaufen? Mitten in Oberhausen? Anfang des Jahres 2019 soll dies Realität sein – auf dem begehbaren Dach des rund 1000 Quadratmeter großen Jobcenter-Neubaus am Altmarkt in Oberhausen. Das von Fraunhofer UMSICHT entwickelte inFARMING®-Konzept verknüpft Produktionssysteme und Gebäudeinfrastrukturen intelligent miteinander und nutzt kommunale Stoff- und Energieströme nachhaltig. Das Gebäude dient als Ressource für Wärme und Wasser »So können z. B. Wasserströme aus dem Gebäude zur Versorgung der Pflanzen verwendet werden«, erklärt Simone Krause aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer UMSICHT. Die Produktion direkt vor Ort spart Transportkosten.

Partizipation

Mitte Mai wurde der Stadtpavillon am Altmarkt anlässlich des Tags der Städtebauförderung offiziell eröffnet. Er bietet - auch von außen sichtbar - Informationen rund um den Neubau und das inFARMING® -Konzept, Öffnungszeiten für weitere Aktionen sind derzeit noch nicht festgelegt, werden dort aber angegeben. Es gab ein interaktives Programm und Ideen des städtischen Gemüseanbaus zum Mitmachen und Mitnehmen: Besucher konnten Blumenkübel vor dem Pavillon mit Kräutern bepflanzen und mit personalisierten Namensschildern versehen oder erhielten kleine Töpfe mit Kräutern für Zuhause.

Zum Informationsabend im Restaurant Gdanska am 3.Mai kamen rund 60 Interessierte, die sich sowohl über die Bautechnik als auch für das Konzepte des Gemüseanbaus in der Stadt und mögliche Geschäftsmodelle informieren wollten. Weitere Aktionen sind geplant.

Die zukünftigen Verwertungsmöglichkeiten des auf dem Dach angebauten Gemüses stehen derzeit noch nicht final fest. Eine Möglichkeit wäre es, dieses direkt auf dem Markt zu verkaufen oder in einem geplanten Café im Gebäude anzubieten. Geplant ist zudem, Pflanzen bereits auf der begehbaren Außentreppe, auch als vertikaler Garten bezeichnet, in Richtung Dach ranken zu lassen. In der 4. Etage ist ein Seminarraum für Bildung und Information vorgesehen.

Baustart für September geplant

Das Projekt »Altmarktgarten« startete im Jahr 2016. Die Baugenehmigungsplanung wird im Sommer 2017 abgeschlossen werden, so dass der Bau des Gebäudes voraussichtlich im September beginnen und bis Ende des Jahres 2018 fertiggestellt sein soll. Das interdisziplinären Projektteams Fraunhofer UMSICHT, Oberhausener Gebäudemanagement GmbH, Stadt Oberhausen, und Architekturbüro Kuehn Malvezzi GmbH mit ihrem Projektkonsortium plant das Projekt und ihre Umsetzung. Fraunhofer UMSICHT ist neben der wissenschaftlichen Beratung zum inFARMING Konzept verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung zu den Themenfeldern Partizipation und Geschäftsmodellentwicklung. »Der Trend in der landwirtschaftlichen Nutzung geht immer mehr in Richtung regionale Wertschöpfung. Doch insbesondere im urbanen Raum sind die Flächen rar – alternative Lösungen sind gefragt. Eine Möglichkeit, lokal frische Lebensmittel bereitzustellen, sind urbane Stadtfarmen«, sagt Volkmar Keuter Abteilungsleiter Photonik und Umwelt von Fraunhofer UMSICHT.

Für Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz ist das Projekt eine große Chance: »Das Gebäude wird das Quartier deutlich aufwerten und eine zusätzliche Initialzündung für die Aufbruchsstimmung bewirken, die wir in Oberhausen brauchen.« Eine ortstypische Ziegelfassade soll laut Architekt Johannes Kuehn – sein Architekturbüro Kuehn Malvezzi GmbH stellt den Siegerentwurf des vorangegangenen Architekturwettbewerbs – eine positive Auswirkung auf das unmittelbare Umfeld haben.


Förderhinweis
Das Projekt »Altmarktgarten« wird über das Bundesprogramm »Nationale Projekte des Städtebaus« des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.