Kostenlose Workshops

Eigene Rheumahilfen im 3D-Drucker herstellen

Pressemitteilung / 22.9.2017

Hilfsgeräte für Rheuma-Patienten lassen sich heute einfach und kostengünstig mittels 3D-Druck herstellen. Wie das genau funktioniert, lernen Betroffene im Projekt SLS-ASSIST von Fraunhofer UMSICHT. Interessierte können sich über das Projekt auf der REHACARE Messe in Düsseldorf informieren oder zu den kostenlosen Workshops in die DEZENTRALE Dortmund kommen, um dort eigene Ideen direkt umzusetzen.

Rehacare
© Foto Fraunhofer UMSICHT/Jan Blömer

Das fertige Produkt aus dem 3D-Drucker.

© Foto Fraunhofer UMSICHT/Jan Blömer

Rheumahilfe aus dem 3D-Drucker: Das Objekt wird hier Schicht für Schicht aufgetragen.

An Rheuma erkrankte Menschen leiden häufig unter Bewegungseinschränkungen oder Gelenkschmerzen - vor allem, wenn die Hände betroffen sind. Eine Vielzahl von Hilfsmitteln soll helfen, die entzündeten Gelenke und somit auch den Alltag der Betroffenen zu entlasten. Meist brauchen Rheumapatienten jedoch maßgeschneiderte Geräte, die in der benötigten Form, Passung oder Größe so (noch) nicht zu kaufen sind.

Warum nicht einfach selbst ein Hilfsmittel entwerfen, das die eigenen Bedürfnisse erfüllt? Mit modernen 3D-Druckern und Lasercuttern, die bezahlbar geworden und in vielen FabLabs (offenen Werkstätten) verfügbar sind, ist das mittlerweile möglich. Das Projekt SLS-ASSIST vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen will genau das versuchen: individuelle Rheumahilfen in hoher Qualität mittels 3D-Druck herstellen. Das Besondere am Projekt: Betroffene lernen selbst, wie das funktioniert.  

3D-Druck: vom digitalem Konstrukt zum realen Objekt

»Wer sich dafür interessiert, wie man sich selbst schnell und einfach Hilfsmittel für den Alltag herstellt, den laden wir ein, am besten direkt in die DEZENTRALE nach Dortmund zu kommen«, so Dr.-Ing. Jan Blömer von Fraunhofer UMSICHT. In Workshops können hier Rheumapatienten oder deren Angehörige lernen, wie sie ihre Ideen mittels CAD-Software und dem Einsatz von 3D-Scannern in digitale Konstruktionen umsetzen – und wie sie hieraus mittels selektivem Lasersintern reale Objekte erzeugen. Wer schon erste Ideen für eigene Rheumahilfen im Kopf hat, kann auch direkt mit der Gestaltung beginnen.

Die Datensätze der Hilfsmittel, die während der Kurse entstehen, können in einer offenen Internetplattform allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich wird die gewonnene Erfahrung in nachfolgende Projekte mit Bürgerbeteiligung einfließen und so weiter ausgebaut. Die kostenlosen Workshops starten wieder im Oktober und werden von Jan Blömer und seinen Kollegen an regelmäßigen Terminen in der DEZENTRALE Dortmund (einem Gemeinschaftslabor für Zukunftsfragen) angeboten. Anfang Oktober stellt Dr. Blömer SLS-ASSIST außerdem auf der internationalen Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege REHACARE in Düsseldorf vor und informiert über das Projekt.


Interesse? Alle Informationen auf einen Blick:

Was: eigene Rheumahilfen herstellen (Konstruktion mit CAD-Programm, Arbeiten mit 3D-Scannern und 3D-Druckern, Schneiden mit Lasercuttern)
Wo: DEZENTRALE Dortmund, Richardstr. 18 (im Hof)
Wann: 12. und 26. Oktober 2017, 9. und 23. November 2017, 7. Dezember 2017, jeweils ab 17:00 Uhr
Die Teilnahme ist kostenfrei
 

Anmeldung

Teilnehmen kann jedermann: Ob Rheumapatient oder Angehöriger. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene sind willkommen. Der Verlauf der Treffen wird nach Bedarf der Teilnehmenden festgelegt. Ein Einstieg in das Projekt ist während der gesamten Laufzeit jederzeit möglich. Fragen und Anmeldung an jan.bloemer@umsicht.fraunhofer.de.
 

Die Messe REHACARE findet vom 4. bis 7. Oktober in Düsseldorf statt. Fraunhofer UMSICHT präsentiert dort das Projekt SLS-ASSIST auf dem VDI-Gemeinschaftsstand (Halle 4, Stand G03). SLS-ASSIST wird unter dem Förderkennzeichen 12N14274 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert.