Kooperation Land NRW, Ruhr-Uni Bochum, RWE AG, Fraunhofer UMSICHT

Stiftungsprofessur Carbon Sources and Conversion gegründet

Pressemitteilung / 23.3.2017

Das vom Menschen erzeugte Kohlendioxid macht Umwelt und Klima zu schaffen. Kohlenstoffdioxid hat einen Anteil von etwa 60 Prozent an der Verstärkung des Treibhauseffektes. Die damit verbundenen Probleme lassen sich langfristig nur lösen, wenn es gelingt, das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem auf weitgehend geschlossene Kohlenstoffkreisläufe umzustellen. Vor diesem Hintergrund besiegelten am 22. März das Land Nordrhein-Westfalen, die Ruhr-Universität Bochum, die RWE AG sowie Fraunhofer UMSICHT die Gründung der Stiftungsprofessur »Carbon Sources and Conversion« am Research Department Closed Carbon Cycle Economy der Ruhr-Universität Bochum.

Vertreter von Land NRW, RWE AG, Ruhr-Universität Bochum und Fraunhofer UMSICHT unterzeichnen die Stiftungsprofessur-Urkunde
© Foto RWE AG

Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor Ruhr-Universität Bochum; Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen; Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied RWE AG, Ressort Braunhkohle (CTO); Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg, stellv. Institutsleiter Fraunhofer UMSICHT

Jedes Kohlenstoffatom, das wir verwenden, wird irgendwann zu Kohlendioxid (CO2). Die Atmosphäre darf durch die in Teilen unverzichtbare Nutzung von Kohlenstoff weder mit großen Mengen Kohlendioxid belastet werden, noch mit anderen Treibhausgasen. Dies bedeutet, dass Kohlenstoff immer stärker in Kreisläufen nutzbar gemacht werden muss, und dass es grundsätzlich das Ziel ist, immer weniger Kohlenstoff einzusetzen, indem Effizienz und Wertschöpfung deutlich erhöht werden. Im Bereich der Stromerzeugung gibt es bereits gute Optionen, da verstärkt erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Für die Bereiche der fossilen Treibstoffe und insbesondere in der chemischen Industrie sind Kohlenwasserstoffe hingegen nötig. Somit sind neue und intelligente Systeme erforderlich, die es möglich machen, den Kohlenstoff bereitzustellen, wiederzuverwerten und im Kreis führen zu können. Hier setzt die Stiftungsprofessur »Carbon Sources and Conversion« an.

Stiftungsprofessur interdisziplinär und multidisziplinär

Die Stiftungsprofessur wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen, eingerichtet und in Kürze ausgeschrieben. Eingebunden ist sie in das Research Department Closed Carbon Cycle Economy der Ruhr-Universität Bochum. Der Forschungsverbund betrachtet über die üblichen, meist einseitig technologiegetriebenen Konzepte hinaus technische und gesellschaftliche Aspekte des langfristigen Umbaus von Strom-, Wärme-, Treibstoff- und (Chemie-) Rohstoffversorgung hin zu geschlossenen Kohlenstoffkreisläufen.

Prof. Dr. Görge Deerberg, stellvertretender Institutsleiter von Fraunhofer UMSICHT: »Die Stiftungsprofessur soll Verfahrenstechniken zur Kreislaufschließung von Kohlenstoff aus heimischen, regenerativen und industriellen Quellen beitragen. Dazu werden Technologien zur Umwandlung sowie Produkte entwickelt und Grundlagen für technische Kohlenstoffkreisläufe erforscht. Dies ist eine herausfordernde Aufgabe, die inter- und multidisziplinäres Wissen erfordert. Wir freuen uns auf interessante Bewerbungen.«