Virtuelles Institut

Energiewende für NRW umgesetzt

Pressemitteilung / 1.6.2017

Im Rahmen des Virtuellen Instituts (VI) »Transformation – Energiewende NRW« erarbeitete Fraunhofer UMSICHT in einem Projektteam Konzepte und neue Ansätze für eine zukunftsfähige Transformation des Industriestandortes Nordrhein-Westfalen. Unter der Leitung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie fokussiert sich das Virtuelle Institut auf die sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Fragestellungen der Energiewende in NRW. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt (2015 –2017) wird von der Stiftung Mercator gefördert. Am 27. Juni präsentiert das Projektteam die Ergebnisse.

Energiewende für NRW
© Foto KWI Essen

Das Virtuelle Institut unterstützt den nachhaltigen Umbau des Energiesystems in NRW.

© Foto KWI Essen

Welche Effekte haben der Umbau der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien und ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung in NRW? Welche Rolle spielen lokale cross-industrielle Prosumer-Energieverbünde? Welche zentralen Faktoren sind für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Transformation des Industriestandorts NRW elementar? Antworten auf diese und weitere Fragen liefern die Projektpartner bei der Abschlussveranstaltung am 27. Juni 2017 von 12:30 bis 17:00 Uhr in der Stiftung Mercator in Essen.

Ziel des Projekts ist es, die Kompetenzen der in NRW ansässigen Forschungsinstitute zu bündeln, die sich mit den nicht-technischen Fragestellungen der Energiewende beschäftigen. So soll der Weg für einen transformativen Forschungsansatz bereitet werden, durch den nachhaltige Entwicklungspfade zur Umsetzung der Energiewende entdeckt werden können. Nur durch die Kooperation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und eine Kopplung wissenschaftlicher Prozesse mit Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ist dies möglich. Das virtuelle Institut verfolgt das Ziel, Forschungslücken zu identifizieren und durch Verbundprojekte der beteiligten Institutionen zu füllen.

Die Herausforderungen des notwendigen industriellen Transformationsprozesses gelten in besonderer Weise für Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands mit einer besonders dichten Energie- und Industriestruktur.

Drei Cluster

Das Projekt ist in drei Themencluster unterteilt: Governance & Partizipation, Mentalitäten & Verhaltensmuster sowie Transformation industrieller Infrastrukturen. Fraunhofer UMSICHT ist  im dritten Cluster beteiligt. »Ein wesentliches Ergebnis ist die Bereitstellung von Geoinformationen zur regionalen Verteilung der erneuerbaren Energien in NRW durch Fraunhofer UMSICHT«, erklärt Projektmitarbeiter Torsten Müller. Fraunhofer UMSICHT bietet kartografische Datenbestände zu den Themen Energieerzeugung/-nutzung und Rohstoffeinsatz. Sie sind für Jedermann auf der Internetseite Maps4Use herunterzuladen. Weiterhin liefert Fraunhofer UMSICHT Konzepte und technische Lösungsansätze für cross-industrielle Kooperationen. Hier geht es insbesondere um die Fragen: »Wie wirkt sich die Energiewende regional auf die Wertschöpfungsketten  in NRW aus? Was ist erforderlich, damit verschiedene Industriebereiche, beispielsweise Stahl und Chemie, kooperieren, um den Transformationsprozess der Energiewende gemeinsam nachhaltig gestalten zu können?«, führt Müller weiter aus. Diese Fragestellungen werden zudem in drei Großprojekten, an denen Fraunhofer UMSICHT beteiligt ist, weiter verfolgt: Carbon2Chem®, Strom als Rohstoff und das Leistungszentrum Dynaflex.

»Das Projekt Virtuelles Institut hat dazu beigetragen, ein gutes Netzwerk aller relevanten Forschungseinrichtungen in NRW aufzubauen. Nur so kann es gelingen, soziale, gesellschaftliche und technische Aspekte der großen Megatrends unserer Gesellschaft miteinander zu verknüpfen. Es sind zudem Nachfolgeprojekte geplant«, so Müller.

Projektpartner

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI); Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (EWI); Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT; Forschungszentrum Jülich GmbH Institut für Energie- und Klimaforschung – Systemforschung und Technologische Entwicklung (IEK-STE); RWTH Aachen, Institute for Future Energy Consumer Needs and Behaviour (FCN); Kulturwissenschaftliches Institut Essen; Institut Arbeit und Technik

Gesamtprojektkoordination: Prof. Dr. Manfred Fischedick (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI))

Förderer: Stiftung Mercator

Laufzeit: 2015 –2017

Abschlussveranstaltung
27. Juni 2017 von 12:30 bis 17:00 Uhr in den Räumen der Stiftung Mercator in Essen. 
Weitere Infos und eine Anmeldungsmöglichkeit gibt es hier.