Interview

Florian Geppert, Promovierender

Stipendiat im Rahmen des Cluster of Excellence RESOLV

Seit Februar arbeitet Florian Geppert im Bereich Elektrochemische Speicher. Als Stipendiat im Rahmen des Cluster of Excellence RESOLV der Ruhr-Universität Bochum (RUB) kam er zu Fraunhofer UMSICHT. Der 27-jährige Duisburger erforscht in seiner Doktorarbeit, wie man mithilfe von Bakterien über eine mikrobielle Elektrolysezelle Methan erzeugen kann.

Florian Geppert.

Florian Geppert.

Was machst Du bei Fraunhofer UMSICHT?
Ich habe im Februar 2014 angefangen meine Doktorarbeit zu schreiben. Es geht vereinfacht darum, eine Mischung aus Redox-Flow-Batterien und Biogasanlagen herzustellen. Im Prinzip versuche ich diese beiden Komponenten in einer mikrobiellen Elektrolysezelle zu kombinieren, um Biomethan erzeugen zu können. Meine Idee geht dabei in Richtung Power-to-Gas. Bei diesem Prinzip wird überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien in Methan umgesetzt. Nehmen wir das Beispiel Windenergie. In Zeiten, in denen viel Wind herrscht wird zu viel Strom produziert, wodurch das Stromnetz überlastet werden kann. Der überschüssige Teil muss anderweitig verbraucht werden. Entweder zahlt Deutschland Geld an andere Länder, damit diese den überschüssigen Strom verbrauchen oder man verwendet diesen Teil selbst, was natürlich sinnvoller wäre. Der Überschussstrom soll über eine mikrobielle Elektrolysezelle so umgesetzt werden, dass wieder anderweitig nutzbare Energie entstehen kann. Methanogene Bakterien setzen dabei vereinfacht gesagt Kohlenstoffdioxid zu Methan und Wasser um. Dieses Biomethan wird in das Erdgasnetz eingespeist und kann dann für Autogas und zur Wärmeerzeugung weiterverwendet oder bei Bedarf auch wieder zu Strom umgewandelt werden. Dabei ist es ebenfalls wichtig herauszufinden, welche Bedingungen die besten für die verwendeten Bakterienstämme darstellen, da nur dann eine ausreichend große Ausbeute an Biomethan gewonnen werden kann.

Wie bist Du zu Fraunhofer UMSICHT gekommen?
Ich habe an der TU Braunschweig Bioingenieurwesen studiert. Ursprünglich komme ich aus Würzburg. Ich bin nach Braunschweig gezogen, um selbstständiger zu werden und weil man an der TU Braunschweig noch das Diplom machen konnte. Zu Fraunhofer UMSICHT bin ich über Umwege gekommen. In meiner Studienzeit habe ich schon einmal etwas mit mikrobiellen Brennstoffzellen zu tun gehabt. Das ist im Prinzip auch der Bereich, an dem ich aktuell  arbeite. Jetzt bin ich als Stipendiat im Rahmen des Clusters of Excellence RESOLV an der Ruhr-Universität Bochum angestellt und darf aufgrund der engen Kooperation zwischen RUB und Fraunhofer UMSICHT, die Anlagen des Instituts mitnutzen.

Was machst Du in deiner Freizeit?
Vor allem Sport wie Fußball spielen oder schwimmen gehen. Aber auch Lesen und fremde Kulturen kennenlernen, gehören zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Zwischendurch besuche ich auch immer wieder gerne meine Heimat, um dort Freunde und Familie zu treffen.

Was würdest Du mit einem Lottogewinn machen?
Zuerst würde ich vier Wochen nach Japan fliegen. Seit Langem ist es ein Traum von mir einmal Japan zu bereisen. Eine Rundreise durch das Land und dabei die fremde Kultur kennen zu lernen wäre schön. Weiterhin würde ich mir gerne eine Finca in Spanien kaufen, um dort immer mal wieder ein paar sonnige Tage zu genießen. Meine Familie und meine Freundin würden aber auch nicht zu kurz kommen. 

 

Interview vom 24.04.2014