»Das abwechslungsreiche Arbeiten hat mich überzeugt«

Interview /

Zwei Wege, ein Ziel: Tim Jakobs und Hendrik Opora absolvieren ihre Ausbildung bei Fraunhofer UMSICHT – der eine als Mechatroniker, der andere als Zerspanungsmechaniker. Im Interview berichten sie, wie sie zu ihrem Beruf gefunden haben, was sie an ihrer Ausbildung besonders schätzen und welche Tipps sie zukünftigen Bewerber*innen mit auf den Weg geben.

Tim Jakobs
© Fraunhofer UMSICHT
Tim Jakobs absolviert bei Fraunhofer UMSICHT eine Ausbildung zum Mechatroniker.
Hendrik Opora
© Fraunhofer UMSICHT
Hendrik Opora absolviert bei Fraunhofer UMSICHT eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker.

Weshalb habt ihr euch für eure Ausbildungswege entschieden?

Tim Jakobs: Ich habe mich für den Ausbildungsberuf Mechatroniker entschieden, da ich nicht nur auf eine Sache spezialisiert sein wollte. Man hat mehrere Tätigkeitsfelder: Man ist nicht reiner Elektriker oder Industriemechaniker, sondern kann etwas von beidem.

Hendrik Opora: Ich bin durch Zufall auf diese Ausbildung gestoßen. Ich wusste gar nicht, dass der Beruf Zerspanungsmechaniker überhaupt existiert. Nach meinem Bewerbungsgespräch hier hatte ich einen Probearbeitstag, danach konnte ich mir ein besseres Bild machen und habe mich dann letztendlich für diese Ausbildung entschieden.

 

Wie seid ihr auf Fraunhofer UMSICHT als Arbeitgeber aufmerksam geworden? Und was hat euch überzeugt, euch bei uns zu bewerben?

Hendrik Opora: Als ich auf Jobsuche war, hatte meine Mutter die Stellenanzeige zufällig im Internet gesehen, dann habe ich mich beworben. Daraufhin wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Ich war es sonst nur gewohnt, dass bei Vorstellungsgesprächen ein riesiges Gremium vor mir sitzt. Dass beim Gespräch nur der Werkstattchef und mein Ausbilder dabei waren, habe ich als äußerst angenehm empfunden. Nach dem Bewerbungsgespräch folgte ein aufschlussreicher Probearbeitstag, der mich dann vollends überzeugt hat.

Tim Jakobs: Ich bin tatsächlich auch durch meine Mutter auf die Stelle aufmerksam geworden. Vor dem Ausbildungsstart absolvierte ich ein dreimonatiges Praktikum bei Fraunhofer UMSICHT. Dabei hat mich vor Allem das abwechslungsreiche Arbeiten überzeugt. Besonders gefällt mir, dass mein Ausbilder mich stark einbindet und auch zu Tätigkeiten mitnimmt, die nicht zu dem normalen Arbeitsalltag gehören.

 

Ist euch der Wechsel von der Schule in die Ausbildung schwergefallen?

Tim Jakobs: Nicht wirklich. Ich kam nicht direkt nach dem Abschluss zu UMSICHT, sondern war im Vorhinein für sechs Monate bei der Bundeswehr. Dementsprechend war ich das zeitige Aufstehen und anschließende Arbeiten schon etwas gewöhnt.

Hendrik Opora: Mir geht es auch so. Ich habe vor dem Ausbildungsbeginn eine Berufsschule besucht. Zu Beginn der Ausbildung musste ich dann etwas früher aufstehen, was aber völlig in Ordnung war.

 

Wie waren eure ersten Ausbildungswochen? Wie haben euch die Kolleg*innen aufgenommen? Und wo lagen die größten Herausforderungen?

Tim Jakobs: Ich habe, wie bereits erwähnt, schon drei Monate vor dem Ausbildungsstart ein Praktikum bei UMSICHT absolviert, das dann nahtlos in die Ausbildung überging. Das war super, denn dann kannte ich schon die Arbeitskolleg*innen, besaß Arbeitskleidung und das Organisatorische für die Ausbildung konnten wir in Ruhe angehen. Es musste also nicht alles von jetzt auf gleich geschehen.

Das Praktikum lief sehr gut. Ich war hauptsächlich im Batterielabor, dort haben mich alle gut behandelt. Durch die hohe Anzahl der Studierenden am Institut war es für mich auf jeden Fall eine Herausforderung, mir alle Namen einzuprägen.

Hendrik Opora: Bei mir war es genauso. In der ersten Zeit der Ausbildung wurde ich erstmal rumgeführt und die Aufgaben wurden mir nahegelegt. Jede Person, die ich kennengelernt habe, hat mich direkt gut aufgenommen, und ich kam schnell mit allen zurecht. Dementsprechend gab es für mich keine Herausforderungen, der Ausbildungsstart war sehr angenehm.

 

Wie sieht der Alltag an der Berufsschule aus?

Tim Jakobs: Ich besuche während der Ausbildung zwei Berufsschulen: das Berufskolleg West und das Heinz-Nixdorf-Berufskolleg (HNBK) in Essen. Diese grenzen direkt aneinander an, sind aber trotzdem zwei verschiedene Schulen. Am Berufskolleg West lerne ich den mechanischen Teil, am HNBK den elektrischen Teil meiner Ausbildung. Dort gefällt es mir gut. Die Lehrer sind nett, und wir machen ab und zu auch mal Ausflüge. Vergangene letzte Woche haben wir zum Beispiel eine Führung durch die Zeche Zollverein gemacht.

Hendrik Opora: Ich besuche eine Berufsschule in Mülheim. Dabei hatte ich am Anfang der Ausbildung immer zwei Berufsschultage in der Woche, damit ich besser in den Schulstoff reinkomme. Jetzt – im dritten Ausbildungsjahr – habe ich nur noch einen Berufsschultag in der Woche. Mir gefällt es gut. Wir lernen dort eher den theoretischen Teil unserer Ausbildung. Wir besprechen, was genau hinter unserer Ausbildung steckt. Zum Beispiel, wie beim Bohren die Drehzahlen berechnet werden. Vor allem die Hintergründe der Maschinen und des Werkzeugs, das wir täglich nutzen, versteht man durch den Unterricht besser. Ich habe dort beispielsweise Fächer wie Werkstoffkunde, Wirtschaft und technisches Zeichnen.

 

Was sind eure aktuellen Aufgaben? Wie unterstützen die Kolleg*innen?

Tim Jakobs: Meine aktuelle Hauptaufgabe ist das Fräsen. Danach werde ich mit dem elektrischen Teil anfangen. Die Ausbildung ist in Etappen aufgeteilt, die man wie Lehrgänge beschreiben könnte. Jeder, der in der Werkstatt anfängt, beginnt mit dem Feilen. Das geht dann über ca. drei bis fünf Monate. Danach geht es weiter mit der manuellen Metallbearbeitung. Da lernt man erstmal alle Grundlagen kennen. Anschließend beginnen die maschinellen Tätigkeiten, und ich werde in naher Zukunft den elektrischen Teil beginnen.

Hendrik Opora: Aktuell stelle ich Teile her für Anlagen unseres Institutsteils in Sulzbach-Rosenberg. Um genauer zu sein: eine Förderschnecke zum Herstellen von Gasen und Ölen. Um ein Teil herzustellen, brauche ich in der Regel zwei bis drei Tage. Die Teile werde ich auch für meine Abschlussprüfung benutzen, das nennt sich »betrieblicher Auftrag«. Dabei werde ich ein Schreiben anfertigen, in dem ich dokumentiere, wie die Herstellung verläuft. Anschließend schicke ich es zur IHK, und im Januar folgt dann ein Gespräch, wo die IHK-Prüfer die Dokumentation mit mir durchgehen und mir Fragen diesbezüglich stellen. Wenn ich Fragen habe oder Unterstützung brauche wende ich mich an den Werkstattchef oder meinen Ausbilder.

 

Kleines Zwischenfazit: Ist die Ausbildung so, wie ihr euch das vorgestellt habt? Was ist bislang gut gelaufen? Wo gibt es eventuell Verbesserungsbedarf?

Tim Jakobs: So weit lief alles gut. Da ich allerdings der erste bin, der die Mechatroniker-Ausbildung bei Fraunhofer UMSICHT durchläuft, habe ich mehrere Ansprechpartner. Dadurch kann es manchmal zu Verwirrungen kommen, da sie verschiedene Anforderungen an mich haben.

Hendrik Opora: Durch einen ehemaligen Arbeitskollegen gab es anfangs ein paar Komplikationen, da er mir die Inhalte nicht gut genug vermittelt hat. Er ist jetzt nicht mehr am Institut, dadurch fällt es mir leichter, die Ausbildungsthemen richtig zu lernen.

 

Habt ihr Bewerbungstipps für Schüler*innen, die eine ähnliche Ausbildung im Visier haben?

Tim Jakobs: Es hilft auf jeden Fall, sich im Vorhinein mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich hatte das Glück, das mein Vater oft mit mir zusammen handwerklich aktiv war. So etwas in die Richtung schadet auf jeden Fall nicht. Ich würde empfehlen, eine vernünftige Bewerbung und einen guten Lebenslauf zu schreiben, am besten ohne Rechtschreibfehler. Mir hat es geholfen, nochmal andere Personen drüber lesen zu lassen.

Hendrik Opora: Mein Tipp wäre es, sich von vornerein über den Ausbildungsbetrieb zu informieren. Das hilft auf jeden Fall, und man geht mit einem sicheren Gefühl in das Bewerbungsgespräch. Ansonsten sollte man einfach ehrlich und authentisch sein.

 

Und zum Abschluss: Wo trifft man euch außerhalb eurerArbeitszeit am häufigsten an?

Hendrik Opora: Bei der freiwilligen Feuerwehr, im Fitnessstudio oder ich unternehme etwas mit Freunden. Durch die Feuerwehr bin ich ziemlich eingespannt, da ich dort außerhalb der Arbeit meine Zeit verbringe und Kinder betreue oder ähnliches. Am liebsten bin ich aber unterwegs und aktiv, zu Hause bleiben ist eher weniger etwas für mich.

Tim Jakobs: Ich bin gerne zu Hause. Ich mag es, nach der Arbeit einfach auf der Couch zu entspannen und Videospiele zu spielen. Ich unternehme auch gerne etwas mit Freunden, aber ich schätze es, Zeit für mich zu haben und meine soziale Batterie aufzuladen.

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