Aufbau eines Reallabors für nachhaltiges und kreatives Arbeiten

LUZI: Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovationen

© Fraunhofer UMSICHT

Austausch - Netzwerk - Kooperation

Die DEZENTRALE als Projektpartner ist eine offene Werkstatt mit dem Fokus auf digitaler Fertigung und biologischen Experimenten.

Projektziele

Im Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovationen, kurz LUZI, wird in einem kreativen Umfeld transdisziplinär empirisch untersucht, wie und durch welche Zielgruppen ein Maker Space nachhaltig funktionieren kann. Dazu wird ergründet, welche Bedingungen es braucht, um soziale, ökologische und kreative Ideen in unternehmerisches Handeln zu überführen sowie Güter herzustellen und Bildungsangebote zu offerieren.

Nutzen

In der Werkhalle des Dortmunder Union Gewerbehofs werden Technik und Wissen der ansässigen Unternehmen mit Ideen und Bedarfen verschiedener Zielgruppen (u.a. Unternehmen, Absolventen, Bürgerschaft) räumlich und strukturiert zusammengebracht. Durch Austausch, Bildungsangebote und der Möglichkeit des Ausprobierens (Prototyping) sollen Innovationen beobachtet und gefördert werden. Dabei wird u. a. untersucht, welche Zielgruppen mit dem Konzept des Maker Space angesprochen werden können und welchen Nutzen diese suchen. Geht es beispielsweise um den Maschinenpark zur Konkretisierung eigener Ideen, Unternehmensentwicklung durch neuen Input, Weiterbildung zu bestimmten/neuen Themen, Ziel des Selbermachens bestimmter Güter oder zur Lösung vorhandener Probleme durch neue Methoden?

Innerhalb des Reallabors LUZI sollen durch Befragungen der unterschiedlichen Zielgruppen und Auswertung der koordinierenden und organisierenden Tätigkeiten Erfolgsindikatoren eines neuartigen Gründerzentrums bzw. einer Bürgerwerkstatt, dem Maker Space, empirisch erfasst und ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, um den Aufbau weiterer Maker Spaces an anderen Standorten zu befördern.

Innovation durch Zusammenarbeit

Wichtige Elemente eines Reallabors sind: Co-Design und Co-Produktion des Forschungsprozesses mit Zivilgesellschaft und Praxisakteuren, ein transdisziplinäres Forschungsverständnis der Akteure, die langfristige Begleitung und Anlage des Forschungsdesigns, ein breites am Forschungsprozess beteiligtes disziplinäres Spektrum, die kontinuierliche methodische Reflexion des Vorgehens sowie bereits vorhandene Erfahrung in transdisziplinären Prozessen. Die Besonderheit des Vorhabens ergibt sich aus den gewachsenen Möglichkeiten der Urbanisten, der DEZENTRALE und des Union Gewerbehofs, in dem unterschiedliche Firmen der Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren Büros, Werkstätten und Ateliers ansässig sind.


In der gemeinschaftlich nutzbaren Werkhalle können die Firmen branchenübergreifend zusammenarbeiten. Darüber hinaus existieren bereits offene Netzwerke rund um den Union Gewerbehof, etwa das Umfeld des Kreativ.Quartiers Unionviertel, die in produktiven Austausch über die Entwicklung immaterieller Güter, innovativer Prototypen und individueller Kleinserien zusammengebracht werden können.

Community Management im Quartier

Im Umfeld des Union Gewerbehofs sind ca. 95 Kleinstunternehmen ansässig. Fast die Hälfte davon sind Kreativunternehmen und stehen teilweise in enger, teilweise noch in keiner Beziehung zueinander. Außerdem liegen hier liegen die Universität, die vielen Mitmachmöglichkeiten der Urbanisten und die DEZENTRALE im Quartier nahe beieinander. Der Ort birgt ein vielfältiges Potenzial, um gemeinsam und/oder selbständig zu arbeiten. Bislang fehlt es jedoch an einer praktischen Zusammenarbeit, an Strukturen der Kooperation und an Angeboten des Community Managements, um die vorhandene Stärke des Quartiers effektiv zu nutzen und besondere Arbeitsbedingungen für die Kreativunternehmen zu schaffen.

Mit dem Projekt LUZI möchten die Projektpartner ein Forschungsumfeld schaffen, in dem die vorhandenen Maschinen, Techniken und Netzwerke aus dem Quartier, insbesondere dem Standort Union Gewerbehof, gebündelt zugänglich sind, um eigene Interessen zu verfolgen. Der Maker Space dienst als Plattform für Austausch, Zusammenarbeit und Vernetzung und zur Erprobung des neuartigen multifunktionalen Nutzungskonzepts.

Stärkung der lokalen Wirtschaft

Bei allen Projektpartnern liegen langjährige Expertisen in ihren jeweiligen Bereichen vor, die nun in diesem Projekt zusammengeführt werden sollen. Ein Unternehmensnetzwerk, bestehend aus Kleinstunternehmen, einem gemeinnützigen Verein mit umfangreichem Netzwerk und starkem Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung sowie eine offene digitale Werkstatt (FabLab) mit einem bereits existierenden Maschinenpark können aufeinander aufbauen und voneinander profitieren. In diesem gewachsenen Umfeld kann die Vision einer Urbanen Fabrik mit einem ausgebauten Netzwerk verfolgt werden, bei der das Quartier nachhaltig gestaltet und mitentwickelt werden kann.

Projektpartner

  • Union Gewerbehof für umwelt- und sozialverträgliche Techniken GmbH
  • Die Urbanisten e.V.
  • DEZENTRALE Dortmund von Fraunhofer UMSICHT

Förderung
Laufzeit: Januar 2019 bis Januar 2022
Förderkennzeichen: EFRE-0801452
Webseite: www.efre.nrw.de