Circular Plastics Economy: Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe

Fraunhofer-Exzellenzcluster

Circular Plastics Economy
© shutterstock/Composing: Fraunhofer UMSICHT

Es ist Zeit für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft

Kunststoffe sind vielseitig: Ihr geringes Gewicht macht sie unersetzlich für ressourceneffiziente Produkte. Die Rohstoffbasis öffnet sich langsam für biogene Quellen. Die Kunststoffproduktion wächst stetig. Über 330 Millionen Tonnen Kunststoffe werden weltweit produziert.

Doch in der Bevölkerung ist Kunststoff als Wegwerfartikel kaum geschätzt. Zu viele Kunststoffe landen am Ende ihres Lebensweges in der Verbrennung oder in Böden und Ozeanen. Rund um den Globus leiten Regierungen und Behörden staatliche Maßnahmen gegen Kunststoffe in der Umwelt ein. Anfang 2018 veröffentlichte die EU ihre Kunststoffstrategie mit weitreichenden Maßnahmen. Umweltverbände und Stakeholder nehmen Kunststoffe in die Liste der großen Umweltsünder auf. Es ist Zeit, zu handeln. Der Werkstoff Kunststoff ist zu wertvoll, um ihm diesem negativen Wandel zu überlassen. Die Kunststoffwirtschaft muss zirkulär werden.
 

Grundidee der zirkulären Kunststoffwirtschaft

Die Grundidee ist einfach:

  • die Entnahme fossiler Ressourcen und die End-of-Life-Verluste minimieren
  • sowie gleichzeitig eine echte Kreislaufführung von Kunststoff ermöglichen.

Der Wandel vom heutigen, weltweit noch weitgehend linearen hin zu einem zirkulären System benötigt systemische, technische und soziale Innovationen und daran angepasste Wertschöpfungsnetzwerke. Diese Transformation erfordert eine Kunststoffwende, die nur mit einem Multi-Stakeholder-Ansatz gelingt.
 

Forschungscluster Circular Plastics Economy für eine nachhaltige Kunststoffwende

Der Fraunhofer-Exzellenzcluster will die Weichen für den Wandel von einer linearen in eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft stellen. Im November 2018 haben die Fraunhofer-Institute UMSICHT (Federführung), IAP, ICT, IML und LBF den Fraunhofer Cluster of Excellence »Circular Plastics Economy« gestartet.

Sie entwickeln Systemleistungen für die zirkuläre Kunststoffwirtschaft. Der Forschungscluster läuft fünf Jahre und wird als virtuelles Institut verstetigt.

Virtuelles Institut für zirkuläre Kunststoffwirtschaft als Perspektive

Neu ist, dass im Cluster von Anfang an Wissenschaft mit Business Development verzahnt wird, um marktrelevante Prototypen bereitzustellen. Fraunhofer UMSICHT lädt Stakeholder aus Wirtschaft und Wissenschaft dazu ein, dieses virtuelle Institut für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft mit zu gestalten und im Forschungscluster an Lösungen mitzuarbeiten.
 

Fraunhofer Cluster of Excellence

Fraunhofer Cluster of Excellence bündeln Kompetenzen von Instituten, um relevante Themen mit wissenschaftlicher Exzellenz zu erforschen. Ziel ist der Aufbau virtueller Institute mit internationaler Sichtbarkeit.

Struktur des Forschungsclusters »Circular Plastics Economy«

Mission

Division Materials

Mit Kunststoffen aus einem nachhaltigen Ressourcenmix wollen wir werkstoffliche und biologische Kreisläufe schließen. Dazu nutzen wir zirkuläre Prinzipien. Wo sinnvoll, wird der Abbau des Kunststoffes in der und durch die Natur intensiviert. Freiwerdendes Kohlenstoffdioxid wird über Photosynthese zeitnah im Material gebunden.

Mission

Division Systems

Effiziente Sammel- und Transporttechnologien gehen Hand in Hand mit neuen stofflichen Recyclingverfahren, um mehr Kunststoffe in stoffliche Kreisläufe zu bringen. Digital abgebildete Prozesse und Produkte ermöglichen ökologische und ökonomische Echtzeit-Bewertungen zur Gestaltung optimaler Wertschöpfungskreisläufe.

Mission

Division Business

Fraunhofer erforscht und gestaltet zirkuläre Wertschöpfungsketten und bietet neue Systemleistungen für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft über Branchengrenzen hinweg: Von zirkulärem Design und Bauteilauslegung, Recycling und Abbaubarkeit bis zu Prototypenauslegung, Akzeptanzprozessen und Geschäftsmodellen.