Vier Fragen an ...

... Prof. Robert Schlögl, Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion und Projektkoordinator Carbon2Chem®

Interview vom 02.10.2020

Projektkoordinator und Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion.
Prof. Robert Schlögl – Projektkoordinator und Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion.

Als Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion, eines Instituts im Bereich der Grundlagenforschung, was wurde aus dieser Perspektive betrachtet bislang im Verbundprojekt Carbon2Chem® erreicht?

Robert Schlögl: Wir konnten erfolgreich zeigen, dass der katalytische Prozess der Methanolsynthese mit reinem CO2 als Einsatzstoff hochproduktiv möglich ist. Weiter konnten wir eine dynamische Betriebsführung entwickeln, die es erlaubt, auf unterschiedliche Verfügbarkeiten von grüner Energie mit flexibler Produktion zu reagieren. Für beide Errungenschaften konnten wir jeweils die grundlegenden physikalisch-chemischen Zusammenhänge ergründen und damit die Robustheit unserer Ergebnisse sicherstellen.

Was waren Highlights?

Robert Schlögl: Der Nachweis, dass wir für reines CO2 als Einsatzstoff der Methanolsynthese keine neuen Katalysatoren entwickeln müssen. Weiter zeigte sich, dass die Fluktuationen der für die Katalyse störenden Spurenverbindungen im Hüttengas überschaubar sind, was die Komplexität der Gasreinigung als sehr kritischem Schritt im Kohlenstoffkreislauf reduzieren hilft.

Was waren die größten Herausforderungen?

Robert Schlögl: Die Ausbildung einer Gemeinschaft zwischen den Partnern und Bearbeitern des branchenübergreifenden Projektes.

Welche nächsten Schritte sind geplant?

Robert Schlögl: Das Zusammenführen der einzelnen Erkenntnisse zu einem skalierbaren Produktionskonzept für Methanol aus Hüttengasen und dessen Validierung auf größeren Skalen von Laufzeit und Produktionsvolumen.