Interview mit Wilhelm Althaus

Ein Blick auf das Geschäftsfeld Energie#

Interview vom 28.05.2020

Dr.-Ing. Wilhelm Althaus | Business Development Energie
Dr.-Ing. Wilhelm Althaus | Business Development Energie

Welche Aufgaben haben Sie als Business Developer?

Wilhelm Althaus: Der Business Developer ist als Zusatzaktivität für erfahrene Mitarbeitende eine gestaltbare Aufgabe. Ich sehe die auch tatsächlich umsetzbaren Aufgaben darin,

  • Forschung und Entwicklung, Trends und Märkte im Geschäftsfeld Energie zu beobachten und anlassgebunden Informationen im Geschäftsfeld zu streuen.
  • Impulse von außerhalb des Instituts aufzunehmen, sinnvolle Kontakte auszuwählen, anzubahnen und dann an die internen Fachleute in den einzelnen Arbeitsgebieten im Geschäftsfeld Energie weiterzugeben.
  • eigene Impulse und Ideen nach innen in das Geschäftsfeld zu kommunizieren und bei der Ausgestaltung und zielgerichteten Themenweiterentwicklung behilflich zu sein.
  • geeignete Geschäftsmodelle für eigene Entwicklungen auszuwählen bzw. zur Modifizierung, Entwicklung und Ausgestaltung beizutragen.

Was zeichnet den Markt aus, für den Sie zuständig sind?

Wilhelm Althaus: Der Energiemarkt ist in einer umgreifenden und sich beschleunigenden Wende lange nicht dagewesenen Ausmaßes. Energiequellen, Erzeugungstechnologien und -strukturen, Verteil-/Logistik-Technologien und Strukturen, Endverbrauchertechnologien verändern sich mit großer Dynamik. Die Player im Markt strukturieren sich neu. Digitalisierung und Speichertechnik ermöglichen zunehmend dezentral ausbilanzierte und effizientere Energiesysteme.

Wo kann sich das Fraunhofer UMSICHT auf diesem Markt positionieren?

Wilhelm Althaus: Auf der Basis eines gut ausgebauten interdisziplinären Energie-System-Know-hows und mit technischem Spezialwissen bei dezentralen mittelgroßen Energieumwandlungstechnologien, Speichertechnologien, katalytisch getriebenen Stoffumwandlungen sowie Power-to-X und Cross-Energy-Systemen können wir neue Anwendungsmärkte bedienen. Wir entwickeln Lösungen für nachhaltige Energiesysteme und sind durch Einbindung weiterer Kompetenzen am Institut in der Lage, die Nachhaltigkeit neuer Systeme in verschiedenen Skalen zu messen und zu optimieren.

Wie sah Ihr Weg ans Fraunhofer UMSICHT aus?

Wilhelm Althaus: Als Chemieingenieur mit einer Promotion im Bereich der Advanced Fluids für Fernwärmenetze bin ich dem Gründungs-Institutsleiter, meinem Doktor-Vater Prof. Weinspach folgend 1991 zum UMSICHT e.V. gegangen, um beim Aufbau eines neuen F&E-Instituts in Oberhausen für einige Jahre mitzuhelfen. Zunächst als Gruppenleiter, dann als Abteilungsleiter und dann als Bereichsleiter Energie nach der Aufnahme des Instituts in die Fraunhofer Gesellschaft blieb ich aber deutlich länger. In 15 Jahren baute ich eine erfolgreiche F&E-Themenkonstellation im Energiebereich und einen 40-köpfigen Mitarbeitendenstamm auf und musste mich danach wegen gesundheitlicher Einschnitte auch beruflich kleiner setzen. Seitdem arbeite ich im Business Development, stoße Entwicklungen und Geschäftsmodelle mit an und verfolge diese Aktivitäten unterschiedlich weit mit.

Welche Werte verbinden Sie mit dem Institut?

Wilhelm Althaus: Kreativität, Innovationsfreude, Umsetzungsgeschwindigkeit, Kooperation, Offenheit, Diskussionsenthusiasmus, Fehlertoleranz, Mitreden und Mitentscheiden können.