Verfahrenstechnik

Steigende Energie- und Rohstoffkosten, wachsende regulatorische Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Emissionen industrieller Prozesse sowie störanfällige globale Lieferketten können nicht länger isoliert betrachtet werden. Die Transformation von Geschäftsmodellen zu einer resilienten und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ist daher nicht nur ein ökologisches Ziel – sie ist zunehmend ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Unser interdisziplinäres Team aus verschiedenen Bereichen der Ingenieur- und Naturwissenschaften entwickelt seit 1998 am Standort Oberhausen praxisnahe Prozesslösungen für nationale und internationale Industriepartner.

Unsere Ziele

  • Maximale Steigerung der Produktausbeute im Hauptprozess
  • Reduktion fester und flüssiger Abfallströme, wodurch insbesondere kostenintensive Entsorgungsschritte entfallen
  • Gewinnung zusätzlicher Wertstoffe, die bislang ungenutzt blieben

Als Teil von Fraunhofer UMSICHT, mit über 600 Mitarbeitenden und mehr als 4 500 qm moderner Labor- und Technikumsfläche, bieten wir Ihnen neben tiefgehender verfahrenstechnischer Expertise den Zugang zum fundierten Wissen eines weltweit führenden Forschungsnetzwerks.

Prozessentwicklung und Umsetzung: Von Ihrer Idee bis zur fertigen Pilotanlange

Ganz gleich, ob Sie mit einer konkreten Idee oder einer technischen Herausforderung zu uns kommen – wir begleiten Sie umfassend durch alle Phasen der Prozessentwicklung und unterstützen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

  • Konzeption individueller Lösungen
  • Bau maßgeschneiderter Versuchs- und Pilotanlagen
  • Integration in bestehende Produktionsprozesse

Sie profitieren nicht nur von unserem wissenschaftlichen Know-how, sondern auch von einem bewährten Netzwerk erfahrener Fachleute, Anlagenbauer und Forschungsinstitutionen. Wir sind mit den aktuellen Rahmenbedingungen und Richtlinien vertraut und haben die entsprechenden Kontakte in Behörden und in der Politik.

© Bild rechts oben: Fraunhofer/Piotr Banczerowski

Schnell, ortsunabhängig und ohne Eingriffe in bestehende Prozesse

Unser Anspruch ist es, nicht nur technologische Lösungen zu entwickeln, sondern diese auch praxistauglich zu machen. Dank mobiler Pilotanlagen lassen sich Verfahren in realen Produktionsumgebungen testen.

Erfolgreicher Technologietransfer bis in den laufenden Betrieb

Wir kombinieren verfahrenstechnisches Know-how mit Erfahrung im industriellen Umfeld. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf Schnittstellen, Prozessstabilität und Qualitätssicherung. So entsteht eine nachhaltige Brücke zwischen Forschung und Anwendung.

Bei welchen Themen wir Sie unterstützen

Stoffaufschluss und Gewinnung von Wertstoffen

Selbst in scheinbar ausgeschöpften Restströmen stecken oft wertvolle Bestandteile, die herkömmliche Prozesse nicht erreichen. Mit modernen Methoden erschließen wir diese »Reserven«, trennen schwer zugängliche Stoffe gezielt ab und konzentrieren sie auf wirtschaftliche Weise.

Biotechnologische Prozessentwicklung

Wir nutzen Mikroorganismen und Enzyme als kreative Chemiewerkstätten: Aus einem einzigen Eingangsstoff entstehen so völlig neue Moleküle – von Spezialwirkstoffen bis zu Biopolymeren. Durch gezielte Stammoptimierung und durchdachte Reaktorstrategien machen wir diese neuartigen Produkte industriell produzierbar, effizient und nachhaltig.

Prozess- und Abwasserbehandlung

Abwässer können sowohl werthaltige Bestandteile als auch schädliche Substanzen enthalten. Wir entwickeln anwendungsspezifische Verfahren, um zum einen Wertstoffe zurückzugewinnen und zum anderen Schadstoffe gezielt zu entfernen. So können Wasserverbrauch und Entsorgungskosten gesenkt und Wasserkreisläufe durch die Wiedernutzung aufgereinigter Prozesswasser geschlossen werden.

Biobasierte Kohlenstoffprodukte

Biobasierte Reststoffe sind heterogen und müssen teils kostenintensiv entsorgt werden. Wir entwickeln stoffspezifische Verfahrenskombinationen, um den enthaltenen Kohlenstoff gezielt zu hochwertigen Biokohlenstoffprodukten zu verarbeiten. Diese können fossile Aktivkohle, Elektrodenmaterialien oder Ruße ersetzen und schließen somit den Stoffkreislauf.

Bio- und Prüflabor

Zur Sicherung unserer F&E-Tätigkeiten verfügen wir über ein spezialisiertes Biolabor. Hier können wir unter realitätsnahen Bedingungen Fermentationsversuche durchführen, Untersuchungen zur systematischen Prozessoptimierung und zum Downstream Processing realisieren und sämtliche Ergebnisse analytisch verifizieren: eine ideale Basis, um Projekte schnell und zuverlässig vom Labormaßstab in die industrielle Anwendung zu bringen.

© Bild links: Fraunhofer UMSICHT/Christian Deppe

Zur Unterstützung unserer Kunden und Partner bei analytischen Fragestellungen führen wir DIN-zertifizierte (DIN CERTCO) biologische Abbaubarkeitstests von Substanzen (beispielsweise Kunststoffen) in Kompost, Boden oder wässrigen Medien durch. Zudem bieten wir:

  • Untersuchung des Gasbildungspotenzials biogener Substanzen (Gärtest nach VDI 4630)
  • Bestimmung der Restgasemissionen von Gärresten (Gärtest nach VDI 4630)
  • Substratoptimierung zur Maximierung der Biogasbildung im Scale-Up Verfahren
  • Analyse von Proben aus der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) gemäß DeponieV

Details zu unseren Dienstleistungen

Technologien und Kompetenzen

Membrantechnik und Filtration

Wir entwickeln energie- und ressourceneffiziente Membranprozesse – von Mikro- und Ultrafiltration über Nanofiltration bis zur Umkehrosmose. Unser Fokus liegt auf der schonenden Konzentration werthaltiger Produkte, der Minimierung von Nebenströmen und dem funktionalen Scale-up vom Labor- bis zum Pilotmaßstab.

Ultraschallanwendung

Wir setzen Ultraschall gezielt ein, um Prozesse wie Zellaufschluss, Extraktion und Emulsionsbildung zu optimieren. Durch die Anwendung von Schallwellen verkürzen wir Prozesszeiten, erhöhen Ausbeuten und ermöglichen so eine deutliche Effizienzsteigerung – flexibel einsetzbar vom Labor- bis zum Pilotmaßstab.

Prozessentwicklung

Unsere zentrale Stärke liegt im umfassenden Prozessverständnis: Wir vereinen interdisziplinäre Expertise und langjährige Erfahrung, um maßgeschneiderte, innovative Lösungen für komplexe Herausforderungen zu entwickeln. Von der ersten Idee über die Konzeption bis hin zur Umsetzung begleiten wir den gesamten Entwicklungsprozess und sorgen für praxistaugliche, nachhaltige und wirtschaftliche Ergebnisse – individuell abgestimmt auf Ihre Anforderungen und bestehende Produktionsumgebungen.

Elektrodialyse

Wir setzen Elektrodialyse gezielt ein, um Ionen und gelöste Salze effizient aus Prozessströmen abzutrennen. Diese Technologie ermöglicht eine selektive Aufkonzentrierung oder Entsalzung – bei geringem Energieverbrauch und ohne den Einsatz von Chemikalien. So bieten wir nachhaltige Lösungen zur Wertstoffrückgewinnung und Prozesswasseraufbereitung, die flexibel vom Labor- bis zum Technikumsmaßstab skalierbar sind.

Fermentation

Wir nutzen Fermentation, um mit Hilfe von Mikroorganismen Rohstoffe in hochwertige Produkte wie Biopolymere, Plattformchemikalien oder Spezialwirkstoffe umzuwandeln. Durch gezielte Prozessführung, Stammauswahl und Reaktordesign ermöglichen wir eine effiziente und skalierbare Produktion, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch überzeugt.

Thermochemische Verfahren

Wir entwickeln und optimieren thermochemische Prozesse wie Pyrolyse, Vergasung oder hydrothermale Carbonisierung zur Umwandlung von Reststoffen in wertvolle Produkte. Durch gezielte Einstellung der Prozessparameter gewinnen wir hochwertige Biokohlenstoffe, Synthesegase oder Plattformchemikalien – ressourceneffizient und anpassbar an unterschiedliche Einsatzstoffe sowie Produktionsmaßstäbe.

Referenzprojekte

»FutureProteins« Proteine aus Pflanzen, Insekten, Pilzen und Mikroalgen für die Lebensmittelindustrie

Proteine zählen zu den zentralen Nährstoffen der menschlichen Ernährung und stammen bislang überwiegend aus tierischen Quellen wie Fleisch, Milch und Eiern. Diese Erzeugung ist jedoch ressourcenintensiv und mit hohem Treibhausgasausstoß verbunden. Alternative Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Insekten, Algen oder Pilzmyzelien bieten ein deutlich breiteres Potenzial – nicht nur für Fleischersatzprodukte, sondern auch für Backwaren, Süßspeisen oder funktionelle Lebensmittel.

Im Projekt FutureProteins (Fraunhofer-Leitprojekt, Laufzeit 2021–2025) wurden klimaunabhängige, geschlossene Produktionssysteme entwickelt, die Proteine aus Pflanzen, Insekten, Pilzen und Mikroalgen ressourcenschonend bereitstellen. Mit Technologien wie Vertical Farming (OrbiPlant®), Insektenzucht oder Photobioreaktoren konnten hochwertige Proteine ganzjährig erzeugt und zu lebensmitteltauglichen Prototypen wie Burgerpatties, glutenfreiem Brot und Desserts verarbeitet werden. Durch geschlossene Stoffkreisläufe – etwa die Nutzung von Reststoffen als Substrat oder Dünger – gelang eine deutliche Abfallreduktion.

Lebenszyklusanalysen zeigen, dass die Umweltbilanz der »FutureProteins« stark vom eingesetzten Energiemix abhängt, sich jedoch mit erneuerbaren Energien erheblich verbessert. Damit bieten wir einen Ansatz, die wachsende Nachfrage nach Proteinen nachhaltig zu decken und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck der Lebensmittelproduktion zu reduzieren.

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Bio-Phy-FR - Biobasierter Flammschutz mit Mehrwert durch Nebenstromnutzung und reduzierte Abfälle

Phytin, das Salz der Phytinsäure, kommt vor allem in Öl- und Getreidesaaten vor und dient Keimlingen als Speicher für Phosphor und Kationen. Heute wird es überwiegend aus Reiskleie chemisch extrahiert und in der Kosmetik eingesetzt. Aufgrund seiner Struktur verfügt Phytinsäure jedoch über ein weit größeres Potenzial, etwa in der Medizin (Vorbeugung von Diabetes, Nierensteinen, Parkinson und Krebs), in der chemischen Industrie (Kunststoffe, Lacke) oder in Metall- und Bergbauanwendungen (Korrosionsschutz, Chelatierung).

Im Projekt »Natürliche Flammschutzmittel auf der Basis von Phytinsäure für die textil- und kunststoffverarbeitende Industrie« haben wir Phytin aus Rapspresskuchen gewonnen und erfolgreich als Flammschutzmittel in PLA (biologisch abbaubarer Kunststoff) eingesetzt. Die Prüfkörper erreichten die Brandklasse UL-94 V-0. Auch Funktionskleidung konnten wir entsprechend beschichten, wobei neben Phytin ein Protein als Koppelprodukt extrahiert wurde. Abfallprodukte waren im Wesentlichen nur die Rapsschalen.

BIORICE

Reisstärke ist ein vielseitiger Rohstoff, der zum Beispiel in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie oder in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird. Gewonnen wird Reisstärke hauptsächlich durch chemische Extraktion aus Bruchreis, wobei das anfallende Reisprotein als preisgünstiges Futtermittel verwertet wird.

Im Projekt »BIORICE« haben wir das Protein mithilfe von Enzymen und Mikroorganismen aufgespalten. Die dabei gewonnenen Fraktionen wurden nach einer Trennung durch Cross-Flow-Filtration auf ihre antioxidativen, blutdrucksenkenden, tyrosinasehemmenden und Anti-Aging-Eigenschaften untersucht. Die erhaltenen Fraktionen zeigten alle eine der oben genannten Eigenschaften, ohne dabei cytotoxisch oder irritierend zu sein.

Das Projekt hat gezeigt, dass Abfallstoffe aus der Lebensmittelindustrie durchaus als Lebensmittelergänzungsstoff sowie zur kosmetischen Anwendung eingesetzt werden können. Weitere tiefergehende Untersuchungen sind jedoch hierfür notwendig.

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Biolectid – Innovativer Ansatz zur Nutzung von CO₂ in einem neuartigen bioelektrochemischen Fermentationsverfahren zur Herstellung von Bernsteinsäure

Bernsteinsäure ist eine zentrale Plattformchemikalie, die bislang überwiegend aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird. Im Projekt »Biolectid« wird daher ein neues bioelektrochemisches Fermentationsverfahren entwickelt, das Glukose und CO₂ aus Biogasanlagen als nachhaltigen Rohstoff nutzt. Durch die Bereitstellung von Elektronen über eine elektrochemische Zelle wird die Ausbeute an biobasierter Bernsteinsäure signifikant erhöht. Das Verfahren wird in den Pilotmaßstab überführt und in einen Biogasanlagen-Verbund integriert. Arbeitspakete umfassen die Entwicklung des bioelektrochemischen Systems, die Prozessoptimierung, den Aufbau einer Pilotanlage, die Substrataufbereitung sowie eine ökologische und ökonomische Gesamtbewertung. Zentrale Fragestellungen betreffen den Elektronentransfer, die Materialauswahl des Elektrolyseurs und die Auswirkungen auf die Bernsteinsäure produzierenden Mikroorganismen.

Das Projekt wird durch das BMFTR im Rahmen der Bekanntmachung »CO2BioTech« gefördert.

H2Mem – Erzeugung und Aufbereitung von Biomethan mittels neuartiger membranbasierter H2-Einspeisung und Separation

Biomethan kann wesentlich zur Defossilisierung und Versorgungssicherheit unserer Industrie und Gesellschaft beitragen. Theoretisch können bis zu 40 Prozent unseres Gasverbrauchs bis 2030 durch Biomethan ersetzt werden. Dennoch speisen in Deutschland aktuell nur etwa 220 Biogasanlagen Biomethan in das Erdgasnetz ein. Die biologische Methanisierung kann den CH4-Anteil von Biogas durch die Umsetzung von CO2 mit H2 wesentlich erhöhen, doch die H2-Einbringung in das Reaktorsystem ist durch die niedrige Wasserstofflöslichkeit limitiert.

In H2Mem wurde daher ein funktionsfähiges, diffusives Begasungssystem auf Basis von Mikrostrukturen (Sub-µ-Bereich) entwickelt und zur Optimierung der biologischen Methanisierung eingesetzt. Die Effizienzsteigerungen hinsichtlich Methankonzentration und Methanbildungsrate werden untersucht und in praxistauglichen Implementierungskonzepten insbesondere für kleine und mittlere Biogasanlagen umgesetzt.

UltraSep – Innovatives Verfahren zur stofflichen und energetischen Verwertung von Klärschlamm

In Deutschland fallen jährlich etwa 1,8 Millionen Tonnen Klärschlamm an. Bisherige Verwertungswege (landwirtschaftliche Nutzung, Mitverbrennung) geraten durch die Novelle der Klärschlammverordnung (2017) unter Druck. Es werden daher technische Lösungen benötigt, die die Nährstoffrückgewinnung insbesondere von Phosphor mit einer sicheren und kostengünstigen Klärschlammentsorgung verbinden.

In »UltraSep« wurde daher ein kombiniertes thermisch-alkalisches Ultraschalldesintegrationsverfahren mit nachfolgender mechanischer Separation entwickelt, das den Schlamm in eine organikreiche Flüssigkeitsphase und eine faserige Feststofffraktion trennt. Das Verfahren wurde in einer Pilotanlage (1–2 m³/h) auf der Kläranlage Hückeswagen (Wupperverband) umgesetzt und iterativ optimiert. Die Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte Wertstoff- und Energiegewinnung durch die Aufbereitung und Verwertung von Klärschlamm möglich ist. Die Flüssigkeitsphase konnte erfolgreich in einer Hochlast-Faulung zu Biogas umgesetzt werden. Die Faserfraktion eignet sich als biobasierter Brennstoff oder Ausgangsstoff für stoffliche Verwertungswege, beispielsweise in einer Pyrolyse. Dadurch können die Ressourceneffizienz der Kläranlage gesteigert und gleichzeitig Verwertungswege geschaffen werden, statt den Klärschlamm ausschließlich der Verwertung zuzuführen.

Das Verbundprojekt »UltraSep« wurde durch das BMFTR im Rahmen des Programms KMU-innovativ: »Ressourceneffizienz und Klimaschutz« (Förderkennzeichen 02WQ1398) gefördert.

DISCOVERY

Pflanzliche Getränke und Produkte aus Soja, Hafer und anderen pflanzlichen Rohstoffen sind eine gesunde und nachhaltige Alternative zu tierischen Produkten. Die Beliebtheit und die Marktnachfrage nehmen sowohl in Europa als auch weltweit kontinuierlich zu. Die konventionelle Herstellung von pflanzlichen Getränken erfordert ein Einweichen, Mahlen und Abpressen der Rohstoffe in Wasser. Die abgetrennte flüssige Phase ist die Grundlage für Getränke und andere Produkte wie Tofu. Die feste Phase ist ein Presskuchen, der als Abfallstrom betrachtet bzw. als Tierfutter verwendet wird. Diese Presskuchen enthalten jedoch noch eine beträchtliche Menge an wertvollen Inhaltsstoffen wie Proteine.

Ziel von »DISCOVERY« war es daher, diese Potenziale zu erschließen und damit die Ausbeute von Lebensmitteln aus pflanzlichen Rohstoffen zu verbessern. Letztlich sollen sowohl die europäische Lebensmittelindustrie als auch die Verbraucher von den wirtschaftlichen und nachhaltigen Effekten profitieren, die mit der Effizienzsteigerung in der Lebensmittelproduktion einhergehen.

Dazu wurden im Rahmen des Projekts vielversprechende Techniken wie die Ultraschall- und Enzymbehandlung untersucht, um die Presskuchen von Soja, Hafer, Reis, Mandeln und Kokosnuss aufzuschließen und anschließend eine weitere proteinreiche Flüssigkeitsphase abzutrennen. Zusätzlich erfolgte eine Nachbehandlung der flüssigen Fraktion durch Konzentration sowie die Verwertung der abgetrennten Fasern in Fleischanalog-Produkten und Backwaren. Darüber hinaus wurde der Einfluss der Behandlungen auf die ernährungsphysiologische Lebensmittelqualität und -sicherheit untersucht.

Insgesamt konnte in »DISCOVERY« gezeigt werden, dass die Desintegration, Behandlung und Verwertung von Presskuchen aus Soja, Hafer, Mandeln und Kokosnuss ein breites und vielversprechendes Potenzial für die Lebensmittelindustrie aufweist. Für jedes spezifische Produkt und jede Prozesslinie wurden hierbei individuelle Behandlungen gewählt, um sowohl den technologischen Produkteigenschaften als auch den wirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Veröffentlichungen

D’Adduzio, L., Fanzaga, M., Capriotti, A. L., Taglioni, E., Boschin G., Laganà, A., Rueller, L.,  Robert, J., van Gemmern, A., Bollati, C., Lammi, C., (2024) Ultrasonication coupled to enzymatic hydrolysis of soybean okara proteins for producing bioactive and bioavailable peptides, Current Research in Food Science, Vol. 9, S. 2665-9271, DOI: 10.1016/j.crfs.2024.100919

Aiello, G.; Xu, R.; Pugliese, R.; Bartolomei, M.; Li, J.; Bollati, C.; Rueller, L.; Robert, J.; Arnoldi, A.; Lammi, C. (2022) Quality Assessment of the Protein Ingredients Recovered by Ultrasound-Assisted Extraction from the Press Cakes of Coconut and Almond Beverage Preparation. Foods 2022, 11, 3693. DOI: 10.3390/foods11223693

Babini, E; Taneyo-Saa, D. L.; Tassoni, A.; Ferri, M.; Kraft, A.; Grän-Heedfeld, J.; Bretz, K.; Roda, A.; Michelini, E.; Calabretta, M. M.; Guillon, F.; Tagliazucchi, D.; Martini, S.; Nissen, L.; Gianotti, A. (2020): Microbial Fermentation of Industrial Rice-Starch Byproduct as Valuable Source of Peptide Fractions with Health-Related Activity. Microorganisms 8 (7), S. 986. DOI: 10.3390/microorganisms8070986

Bechthold, I.; Bretz, K.; Kabasci, S.; Kopitzky, R.; Springer, A. (2008): Succinic Acid: A New Platform Chemical for Biobased Polymers from Renewable Resources. Chem. Eng. Technol. 31 (5), S. 647–654. DOI: 10.1002/ceat.200800063 

Bretz, K.; Kabasci, S. (2012): Feed-control development for succinic acid production with Anaerobiospirillum succiniciproducens. Biotechnology and Bioengineering 109 (5), S. 1187–1192. DOI: 10.1002/bit.24387.

Bretz, K.; Kabasci, S. (2012): Influence of Salt Concentration and Nitrogen Source on Growth and Productivity of Anaerobiosprillum succiniciproducens. Chem. Eng. Technol. 35 (10), S. 1797–1802. DOI: 10.1002/ceat.201200101.

Bretz, K. (2015): Succinic Acid Production in Fed-Batch Fermentation of Anaerobiospirillum succiniciproducens Using Glycerol as Carbon Source. In: Chem. Eng. Technol. 38 (9), S. 1659–1664. DOI: 10.1002/ceat.201500015

Ferri, M.; Graen-Heedfeld, J.; Bretz, K.; Guillon, F.; Michelini, E.; Calabretta, M. M.; Lamborghini, M.; Gruarin, N.; Roda, A.; Kraft, A.; Tassoni, A. (2017): Peptide Fractions Obtained from Rice By-Products by Means of an Environment-Friendly Process Show In Vitro Health-Related Bioactivities. PloS one 12 (1), e0170954. DOI: 10.1371/journal.pone.0170954 

Ferri, M.; Tedeschi, T.; Prandi, B.; Michelini, E.; Calabretta, M. M.; Babini, E.; Graen-Heedfeld, J.; Bretz, K.; Raddadi, N.; Gianotti, A.; Lamborghini, M.; Tassoni, A. (2022): Looking for peptides from rice starch processing by-product: Bioreactor production, anti-tyrosinase and anti-inflammatory activity, and in silico putative taste assessment. Frontiers in Plant Science 13. DOI: 10.3389/fpls.2022.929918

Huft, A., Engel, P., van Gemmern, A., Rueller, L., Robert (2023), J. Optimizing protein recovery from plant substrate using ultrafiltration: A case study on wheatgrass, Journal of Agriculture and Food Research, Vol. 13, p. 2666-1543, DOI: 10.1016/j.jafr.2023.100653

Schöwe, N.; Bretz, K.; Hennig, T.; Schlüter, S.; Deerberg, G. (2015): Succinic Acid Removal and Recovery from Aqueous Solution Using Hydrotalcite Granules: Experiments and Modeling. Ind. Eng. Chem. Res. 54 (3), S. 1123–1130. DOI: 10.1021/ie504306p