Kooperation

Neue Fraunhofer-Professur Umweltwissenschaften ist ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet

Pressemitteilung / 22.11.2019

Neue Wege in den Umweltwissenschaften geht die FernUniversität in Hagen zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen: Die neue Fraunhofer-Professur ist ingenieurwissenschaftlich ausgerichtet – und dennoch in der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW) angesiedelt. Mit ihrer neuen Kooperation wollen die FernUniversität und das Fraunhofer UMSICHT ihre fast 20-jährige erfolgreiche Kooperation in der wissenschaftlichen Weiterbildung vertiefen und auf den Forschungsbereich ausweiten. Leiter des neuen Lehrgebiets Umweltwissenschaften ist Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg.

Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität Hagen, und Prof. Dr. Görge Deerberg
© FernUniversität Hagen
Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der FernUniversität Hagen, und Prof. Dr. Görge Deerberg

Ausgangspunkt für die Einrichtung der Fraunhofer-Professur war die Frage, wie umweltwissenschaftliche Forschungsfelder in zehn oder 15 Jahren organisiert sein müssen, um interdisziplinär Antworten auf umweltwissenschaftliche Fragen hervorbringen zu können. Ist eine Trennung zwischen Forschungen in technischen und gesellschaftlichen (sowie weiteren) Bereichen noch zielführend? Dr. Thomas Walter, Geschäftsführer der Fakultät KSW, blickt kurz auf die Gespräche zurück, in denen diese und andere Fragestellungen diskutiert wurden: „Wir haben dabei festgestellt, dass es bei Umweltfragen viele Schnittstellen mit anderen Disziplinen gibt. Die technische Sicht kann aus kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive ergänzt werden und neue Erkenntnisse bringen – und umgekehrt. Natürlich kann man dieses Arrangement als ‚kühn‘ bezeichnen, doch lösungsorientierte Forschung braucht eben auch Mut.“

Ein aktuelles Beispiel für die Komplexität der Problemstellungen ist der Kohleausstieg: Was technisch möglich ist, kann nicht nur rechtliche Fragen aufwerfen und wirtschaftliche und weitere ökologische Folgen haben. Sondern auch gesellschaftliche und kulturelle Auswirkungen. Ähnlich ist es bei der Energiewende und der Klimapolitik. Walter: „Das muss zusammengedacht werden. Die besten technischen Lösungen nützen nichts, wenn die Menschen nicht mitziehen. Die meisten Bürgerinnen und Bürger finden Maßnahmen zum Klimaschutz gut – aber aufs Autofahren wollen wir nicht verzichten und auch kein Stück unseres Gartens für eine breitere Bahnschienentrasse abgeben.“ Die Fakultät versteht die Umweltwissenschaften als interdisziplinäre Wissenschaftsrichtung, die sich mit den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt ebenso befasst wie mit Strategien zur Reduzierung oder Vermeidung negativer Folgen dieses Handelns.