Studie

Berechnung der Treibhausgaseinsparung für Agrarfolien-Recycling

Pressemitteilung / 28.5.2015

In der Landwirtschaft werden jährlich mehrere 10 000 Tonnen Kunststoffprodukte wie Agrarfolien eingesetzt, die nach dem Gebrauch oft ungenutzt im Abfall landen. Das Rücknahmekonzept für Erntekunststoffe ERDE setzt auf nachhaltige Agrarwirtschaft, schließt den Wertstoffkreislauf, schont Ressourcen und schützt so die Umwelt. Im Auftrag der RIGK GmbH hat Fraunhofer UMSICHT die Treibhausgas-Bilanzen für das Rücknahmesystem ermittelt. ERDE ermöglichte im Jahr 2014 Treibhausgas-Einsparungen von 2762 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalent.

Nachhaltigkeit in der Kreislaufwirtschaft: Treibhausgasbilanzen, Rohstoffbilanzen und Ressourcenschonung.

Nachhaltigkeit in der Kreislaufwirtschaft: Treibhausgasbilanzen, Rohstoffbilanzen und Ressourcenschonung.

Einsparungen bei der CO2-Emission lassen sich nicht nur in der Produktion, sondern in erheblichem Umfang auch auf dem Wege einer verantwortungsvollen Verwertung erreichen. Für eine nachhaltige Agrarwirtschaft und ressourcenschonendes Arbeiten haben Mitglieder der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. gemeinsam Initiative für den Umweltschutz ergriffen und das Rücknahmekonzept für Erntekunststoffe ERDE etabliert. ERDE dient als bundesweite Sammelstelle für gebrauchte Polyethylen-Agrarfolien zweier Fraktionen: PE-LD (Flachsilofolien, Unterziehfolien, Siloschläuche) und PE-LLD (Silagestretchfolien, Netzersatzfolien). Nach der Sammlung werden die Kunststoffe gereinigt, zerkleinert und extrudiert zu Regranulat. Aus dem Regranulat werden neue Kunststoffprodukte hergestellt. Fraunhofer UMSICHT hat die die Treibhausgas-Bilanzen für das Rücknahmesystem ermittelt.

Kundenspezifische Bilanzierung von Treibhausgaseinsparung

Wissenschaftler Boris Dresen aus der Gruppe Nachhaltigkeitsbewertung und -management hat für das Rücknahmesystem ERDE ein Bilanzierungstool zur kundenspezifischen Berechnung der eingesparten Treibhausgase erstellt. Grundlagen der Bilanzierungsmethodik sind die Normen DIN EN ISO 14040/14044 zu den Themen Umweltmanagement und Ökobilanz. »Bei der Erstellung einer Ökobilanz analysieren wir den gesamten Lebensweg eines Produktes oder einer Dienstleistung und deren potenzielle Umweltauswirkungen ­ von der Produktion bis zur Entsorgung. In diesem Fall haben wir die Differenz, das sogenannte Delta, des Treibhausgasaufkommens der Primärproduktion erdölbasierter Plastikfolien mit dem Aufkommen im Zuge des Sammelsystems ERDE verglichen«, erklärt Dresen. Die sich daraus ergebende Differenz ist deutlich positiv. Je gesammelter und verwerteter Tonne Landwirtschaftsfolien liegen die Treibhausgas-Einsparungen im Durchschnitt bei rund 1273 kg CO2-Äquivalent. Umgerechnet auf die 2170 Tonnen Agrarfolien, die im Jahr 2014 über das System ERDE erfasst wurden, ergibt sich so eine Gesamteinsparung von 2762 Tonnen CO2-Äquivalent. Das entspricht der Menge Treibhausgase, die durch rund 19 Millionen gefahrene PKW-Kilometer von in Deutschland zugelassenen Neufahrzeugen emittiert werden.

Zertifikate zur Treibhausgaseinsparung

Im ersten Jahr des Bestehens von ERDE konnten insgesamt 130 Sammlungen durchgeführt werden. Bereits jetzt sind für 2015 mehr als 100 neue Termine geplant. Die RIGK GmbH stellt für ihre Kunden als Anerkennung für den aktiven Umweltschutz und die gelebte Produktverantwortung Zertifikate aus, in denen die Treibhausgaseinsparung dokumentiert ist, zu der der Kunde durch Nutzung des Rücknahmesystems von Agrarfolien beiträgt. Die Zertifikate belegen die jährlich erreichten CO2-Einsparungen quantitativ und veranschaulichen auf die Anzahl von Bäumen umgerechnet, wie viel Menge an Treibhausgas reduziert wird. Das entsprechende System zur Umrechnung hat Fraunhofer UMSICHT erstellt.