Fachsymposium

Neue Adsorptionsmaterialien zur Reinigung von Grund-, Oberflächen- und Abwasser

Pressemitteilung / 09. September 2020

Wie können neue Adsorptionsmaterialien und Regenerationsverfahren zur nachhaltigen Reinigung und Aufbereitung von Wasser beitragen? Drei Forschungsprojekte haben sich mit diesem Thema beschäftigt und vielversprechende Lösungen entwickelt. Im Rahmen eines virtuellen Fachsymposiums am 25. September 2020 werden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.

ZeroTrace-Aktivkohlen werden im Pilotversuch in der Kläranlage Wuppertal-Buchenhofen eingesetzt.
© Wupperverband
ZeroTrace-Aktivkohlen werden im Pilotversuch in der Kläranlage Wuppertal-Buchenhofen eingesetzt.

Gut 50 Millionen organische Verbindungen sind weltweit im Umlauf, ca. 5000 davon werden als potenziell umweltrelevant eingestuft. In dem bevölkerungsreichen Land Deutschland, mit vielen industriellen Ballungsräumen, sind die Ab- und Gewässer oft besonders hoch mit sogenannten Spurenstoffen belastet – hierzu zählen z. B. Arzneimittelrückstände. Trotz ihrer geringen Konzentration im Wasser wirken diese Spurenstoffe teils toxisch, zudem sind sie häufig schwer abbaubar. Mit spezieller Aktivkohle können sie in Kläranlagen adsorbiert werden. Das gereinigte Wasser verlässt die Kläranlagen, während die gebrauchte Aktivkohle entweder entsorgt oder aufbereitet wird. Der Nachteil der aktuell eingesetzten Materialien: Sie basieren auf Steinkohle, einem nicht nachwachsenden Rohstoff.

Drei Projekte entwickeln neue Adsorptionsmaterialien

Im Rahmen der Fördermaßnahme »MachWas« vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben drei Forschungsprojekte an nachhaltigen Alternativen gearbeitet. In dem Projekt »ZeroTrace« hat das Fraunhofer UMSICHT gemeinsam mit weiteren Partnern neue Materialien und Regenerationsverfahren zur Elimination von Spurenstoffen in kommunalen und industriellen Kläranlagen entwickelt. Das Projekt »Ferrosan« hatte hochvernetzte Biopolymere auf Basis von Glucan-Chitin-Komplexen zur Schwermetallabscheidung, insbesondere der Eisenadsorption, im Fokus. Die Forschenden im dritten Projekt »ContaSorb« konnten Kohlenstoff-Eisen-Komposit-Materialien für die Sorption und Zerstörung von halogenierten Grundwasserschadstoffen herstellen und testen.

Informationen über mögliche Einsatzfelder

Die drei Projektteams laden am 25. September unter der Koordination von »ZeroTrace« zu einem virtuellen Fachsymposium ein. Unter dem Titel »Neue Adsorptionsmaterialien zur Reinigung von Grund-, Oberflächen- und Abwasser« informieren sie über die Material- und Verfahrensentwicklungen in den unterschiedlichen Einsatzfeldern. U. a. steht auf der Agenda, wie schnell und unter welchen Bedingungen die entwickelten Lösungen in der Praxis eingesetzt werden können. Interessierte aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Wasser- und Abwassertechnik sowie der Materialwissenschaften sind herzlichen eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Veranstaltung findet über Microsoft Teams statt und ist kostenfrei. Zur Anmeldung.

 

Programm

9:00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Wolf Raber, inter 3 GmbH

9:15 Uhr
ZeroTrace, Ferrosan und ContaSorb – Ausgangssituation und Lösungsansätze
Catrin Bornemann, Wupperverband
Katrin Mackenzie, Helmholz-Zentrum für Umweltforschung UFZ
Simona Schwarz, Leibniz-Institut für Polymerforschung – ipfdd

10:15 Uhr 
Herausforderungen und Erfahrungen bei der Materialentwicklung
Ilka Gehrke, Fraunhofer UMSICHT
Katrin Mackenzie, Helmholz-Zentrum für Umweltforschung UFZ
Simona Schwarz, Leibniz-Institut für Polymerforschung – ipfdd

11:00 Uhr 
Pilotanwendungen der Adsorptionsmaterialien und Diskussion von Umsetzungsfaktoren
Eva Bitter, EnviroChemie GmbH
Joke Czapla, inter 3 GmbH
Katrin Mackenzie, Helmholz-Zentrum für Umweltforschung UFZ
Simona Schwarz, Leibniz-Institut für Polymerforschung – ipfdd

12:00 Uhr 
Einordnung der Projekte in den Gesamtkontext der Wasserwirtschaft
Andreas Nahrstedt, IWW Zentrum Wasser

12:30 Uhr
Ende der Veranstaltung