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Studienstart: Ganzheitliche Bewertung von Kunstrasenplätzen

Pressemitteilung / 14. Februar 2020

Kunstrasenplätze verzeichnen weltweit ein starkes Wachstum. Das darin verwendete Granulat ist allerdings eine relevante Emissionsquelle für Mikroplastikpartikel. Um diese Kunststoffemissionen exakter zu quantifizieren und Kunststoffrasen ganzheitlich, d. h. gesamtökologisch und sozioökonomisch, zu bewerten, startete das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Anfang Februar eine Multi-Client-Studie. Derzeit sind neun Stakeholder aus dem Bereich »Sport- und Spielplätze« beteiligt; bis zum 28. Februar können sich weitere Interessenten zur Studienteilnahme melden.

© Fraunhofer UMSICHT
Interessenten können sich noch bis zum 28.2. zur Teilnahme an der Multi-Client-Studie anmelden.

Die Europäische Chemikalienbehörde (ECHA) hat einen Beschränkungsvorschlag für Mikroplastikpartikel vorgelegt, von dem das in Kunstrasenplätzen verwendete Granulat betroffen ist. Bisher liegen wenig experimentelle Daten für Quantifizierungen von Mikroplastikemissionen aus Kunstrasen vor. Eine vollständige, mengenmäßige Bilanzierung der Emissionen von Kunstrasenplätzen, die sämtliche Lebenszyklusphasen umfasst, existiert bislang nicht. Erstes Ziel von Fraunhofer UMSICHT und den bisher neun Projektpartnern aus der Multi-Client Studie ist es daher, eine relevante Datenbasis zu den Kunststoffemissionen aus Kunstrasen zu schaffen. Für die Konzeptionierung der Studie lud Fraunhofer UMSICHT bereits Hersteller von Kunstrasenplätzen zu einem fachlichen Austausch ein, analysierte rund 50 Plätze vor Ort und erfragte Daten bei insgesamt 80 Kommunen. Interessenten können sich bis zum 28. Februar noch an der Studie beteiligen.

Gesamtökologische und sozioökonomische Bewertung

Insbesondere soll die Studie eine sachliche Diskussion zum Einsatz von Kunstrasen ermöglichen. »Eine Entscheidung für oder gegen Kunstrasenplätze kann aus unserer Sicht nicht allein auf Basis der Mikroplastikproblematik geschehen, sondern erfordert eine ganzheitliche Bewertung, die weitere ökologische und sozioökonomische Aspekte einbeziehen muss«, erklärt Jürgen Bertling, stellvertretender Abteilungsleiter Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer UMSICHT. Neben den Kunststoffemissionen müssen Ressourcenaufwendungen, Klimawirkungen und Kreislauffähigkeit von Kunstrasen in eine gesamtökologische Betrachtung einfließen. Diese sind dem sozioökonomischen Nutzen – wie z. B. Schaffung oder Erhalt von Arbeitsplätzen, Sportangebote – gegenüberzustellen, um politische, regulatorische und investive Empfehlungen oder Maßnahmen zu begründen.  

Ziel von Fraunhofer UMSICHT ist es, Themen, die Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft aktuell beschäftigen, einzuschätzen und sie zu bewerten; unabhängig und neutral. Im Juni 2018 erschien in diesem Themenbereich bereits die Konsortialstudie »Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik«.

 

Anmeldung bis zum 28. Februar möglich

Wer noch an der Studie teilnehmen möchte, kann sich unter der folgenden E-Mail-Adresse anmelden: kunstrasen@umsicht.fraunhofer.de