Kooperation

Neue Fraunhofer Innovation Platform für Wasserstoff
in Südkorea

Pressemitteilung /

Zusammen mit koreanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern forscht das Fraunhofer IMWS seit 2020 zu Fragen des Imports von grünem Wasserstoff. Mit der Fraunhofer Innovation Platform for Hydrogen Energy at Korea Institute of Energy Technology FIP-H2ENERGY@KENTECH wird nun der Grundstein für eine tiefgreifende Zusammenarbeit mit Partnern in Südkorea gelegt. Besiegelt wurde diese Kooperation bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung im Rahmen der 3rd Germany-Korea Hydrogen Conference am 27. September 2022 in Berlin. Das Fraunhofer UMSICHT ist eines von fünf Fraunhofer-Instituten, die das Vorhaben mit ihrem Know-how begleiten.

Prof. Dr. Euijoon Yoon, Präsident KENTECH (links), und Prof. Dr. Axel Müller-Groeling, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft e. V. – Forschungsinfrastrukturen und Digitalisierung, bei der Vertragsunterzeichnung in Berlin für die Fraunhofer Innovation Platform for Hydrogen Energy at Korea Institute of Energy Technology (FIP-H2ENERGY@KENTECH)
© CHLietzmann
Prof. Dr. Euijoon Yoon, Präsident KENTECH (links), und Prof. Dr. Axel Müller-Groeling, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft e. V. – Forschungsinfrastrukturen und Digitalisierung, bei der Vertragsunterzeichnung in Berlin für die Fraunhofer Innovation Platform for Hydrogen Energy at Korea Institute of Energy Technology (FIP-H2ENERGY@KENTECH)

Die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff spielt eine wesentliche Rolle auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Wirtschaft. Mit klimaneutralem grünem Wasserstoff, der etwa durch Elektrolyse erzeugt wird, sollen fossile Energieträger zunehmend ersetzt werden. Weltweit rechnet man mit einem stark wachsenden Wasserstoff-Bedarf. In Ländern wie Deutschland und Südkorea, wo der Bedarf die Produktionskapazitäten im eigenen Land übersteigt, wird man auf Importe angewiesen sein. Beide Länder stehen damit vor ähnlichen technischen Herausforderungen.

Ausrüster des Wasserstoffzeitalters

Vor diesem Hintergrund haben sich die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft und das koreanische Forschungsinstitut KENTECH im Rahmen der FIP-H2ENERGY@KENTECH zusammengeschlossen. Die FIP (Fraunhofer Innovation Platform) ist am Korea Institute of Energy Technology (KENTECH) in Naju, Südkorea, angesiedelt. Im Rahmen der ersten Laufzeit von zunächst fünf Jahren arbeiten das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und fünf weitere Fraunhofer-Institute zusammen mit koreanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am KENTECH an der Entwicklung von Technologien entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. »Im Energiesystem der Zukunft kann Wasserstoff als Rohstoff und Energieträger eine Schlüsselposition einnehmen. Um dieses System aktiv mitzugestalten, müssen wir bestehende Technologien optimieren, neue Lösungen entwickeln, Standards setzen und die entsprechenden Infrastrukturen aufbauen. Um im internationalen Wettbewerb langfristig erfolgreich zu sein und zum Ausrüster des Wasserstoffzeitalters zu werden, sind Kooperationen und Technologiepartnerschaften mit Ländern, die über einen vergleichbaren Technologiestand verfügen, essenziell«, betont Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Berlin. »Ich freue mich daher sehr, dass es uns gelungen ist, diese einzigartige Kooperations- und Innovationsplattform zwischen Korea und Deutschland auf- und auszubauen. Gemeinsam werden wir die Wasserstoffforschung und -entwicklung auf die nächste Stufe heben – und neue wissenschaftliche Wertschöpfung für beide Seiten generieren.«

Kompetenzen bündeln

Das Fraunhofer IMWS ist bei diesem Projekt das federführende Institut und bringt seine Kompetenzen in den Bereichen Materialcharakterisierung und Entwicklungen für die »Proton Exchange Membrane« (PEM) Elektrolyse sowie in der photovoltaik-getriebenen Wasserstoffproduktion ein. Durch die zusätzliche Beteiligung von Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES werden die sehr unterschiedlichen Kompetenzen der einzelnen beteiligten Institute in diesem breiten Technologiefeld gebündelt. »Das Fraunhofer UMSICHT wird sich auf die Themen Methanolsynthese, Ammoniakzersetzung und Wasserstoff fokussieren und dabei einen Schwerpunkt auf den Technologietransfer in die Industrie, gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern, legen« erklärt Dr. Andreas Menne, Leiter der Abteilung Low Carbon Technologies.

Das neugegründete KENTECH mit Schwerpunkt im Bereich der angewandten Energiewissenschaften soll in den kommenden Jahren zum führenden Institut für Wasserstoff-Forschung in Südkorea ausgebaut werden und bringt vor allem seine Erfahrungen im Bereich der Wasserstoffverflüssigung in die Kooperation ein. Gemeinsam wird zum Thema Wasserstoff-Logistik geforscht. Im Zentrum stehen dabei verschiede Aspekte der Produktion, der Umwandlung bzw. Verflüssigung, des Transportes und der Nutzung von grünem Wasserstoff.

Mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung im Rahmen der 3rd Germany-Korea Hydrogen Conference am 27. September in Berlin wurde die Kooperation besiegelt. Hochrangige Gäste von international agierenden Firmen mit Sitz in Korea und Deutschland haben im Fraunhofer-Forum in Gegenwart des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft dem Start der Fraunhofer Innovation Platform beigewohnt.

Fraunhofer Innovation Platform

Eine FIP ist eine temporäre Forschungseinheit an einer Universität oder Forschungseinrichtung im Ausland, welche in enger Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Instituten in Deutschland eingerichtet wird. Gegenwärtig gibt es neben der FIP-H2ENERGY@KENTECH 15 Fraunhofer Innovation Platforms weltweit. Ihr Ziel ist die Förderung eines kollaborativen Ansatzes zur Valorisierung, zum Transfer und zur Kommerzialisierung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse sowie die Nutzung von Synergien zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen. Dabei stehen die positiven Auswirkungen der Forschung auf Wirtschaft und Gesellschaft stets im Vordergrund.