Kommunikation

Beim Carbon2Chem®-Workshop gab es Tipps für die Kommunikation zum Klimaschutz

Veranstaltungsrückblick /

Wie lässt sich eine klimaneutrale Zukunft gestalten? An welchen Konzepten und Technologien arbeiten Grundlagen- und angewandte Forschung, um die Energiewende zu realisieren? Und was ist bei der Vermittlung dieses komplexen Themas zu beachten, damit es von der Gesellschaft sowohl verstanden als auch mitgetragen wird? Fragestellungen, die Experten beim Carbon2Chem®-Workshop »Every day for future« am 13. September diskutiert haben – moderiert von UMSICHT-Wissenschaftler Dr. Thorsten Wack.

Dr. Ulrich Seifert und Martin Schmidt
Dr. Ulrich Seifert (Leiter des Carbon2Chem®-Teilprojektes »L-I | CO2-Quellen und Infrastruktur«, l.) und Martin Schmidt (Mitorganisator der Ausstellung »Power2Change: Mission Energiewende«) in der Diskussion.

Mit ausgewählten Beispielen aus eigener und fremder Praxis näherte sich Dr. Ulrich Seifert der Vermittlung wissenschaftlich-technischer Erkenntnisse. Dabei zeigte der Leiter des Carbon2Chem®-Teilprojektes »L-I | CO2-Quellen und Infrastruktur« einige kommunikative Fallstricke auf und betonte: Soll die Ansprache zu Themen der Energiewende erfolgreich sein, müssen Kommunikatorinnen und Kommunikatoren Begriffsbedeutungen, Bezugssysteme und Rahmenbedingungen ihrer Zielgruppen im Auge behalten.

Solche Überlegungen standen definitiv am Anfang zur Konzeption der Ausstellung »Power2Change: Mission Energiewende«, die seit dem 13. August in der Hattinger Henrichshütte zu sehen ist. Mitorganisator Martin Schmidt erläuterte den dahinterstehenden Ansatz. »Wir holen die Besucherinnen und Besucher zunächst ab: Sie werden durch den Keller geführt und begegnen dort den – zeitgemäß animierten – Kruppschen Teufeln sowie einem CO2-Ticker, der zeigt, dass sich aktuell viel rund um den Klimaschutz tut.« Erst danach folgt die Information in vier in sich geschlossenen Themeninseln, die nach Prinzipien wie didaktische Reduktion, Wiederholungen und Anknüpfung sowie Playful Learning und Experience gestaltet sind. Ob dieses Rezept aufgeht, untersucht die TU Ilmenau in ihrer wissenschaftlichen Begleitforschung.

Abschließend blickte Prof. Dr. Robert Gaschler von der FernUniversität in Hagen durch die psychologische Brille auf die Thematik. U.a. hatte er Tipps für die erfolgreiche Kommunikation zum Klimaschutz im Gepäck. Damit Botschaften ankommen, müsste beispielsweise die Glaubwürdigkeit des Senders gewährleistet sein. Zudem sei es wichtig, Komplexität anzuerkennen und gleichzeitig den Fokus auf konkrete Vorschläge zu legen. Also was können einzelne zur Energiewende beitragen? Um schließlich die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu binden, seien darüber hinaus Dinge wie Spannung, Humor und soziale Kohäsion zu berücksichtigen.

Damit geht die Workshop-Reihe »Everyday for future« für 2022 zuende. Neue Termine sind für das kommende Jahr in Planung.