bergisch.kompetenz: Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft

Produzierende Unternehmen zur Transformation in Richtung Circular Economy befähigen

Kreislaufwirtschaft im Bergischen Städtedreieck

Im Projekt »bergisch.kompetenz« entsteht ein Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft, das produzierende Unternehmen zur zirkulären Wertschöpfung befähigt.

Projektziele: Beim Wandel zur Kreislaufwirtschaft unterstützen

Zielsetzung des Projektes »bergisch.kompetenz«: produzierende Unternehmen im Bergischen Städtedreieck bei der Transformation von einer linearen hin zu einer zirkulären Wertschöpfung zu unterstützen. Im Fokus steht der Aufbau eines dezentralen Kompetenzzentrums, das als dauerhafter Hub für die Entwicklung von Kompetenzen und Organisationsstrukturen im Bereich der Circular Economy (CE) fungiert.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praxisnahen Vermittlung von CE-Kompetenzen über alle Unternehmensebenen hinweg – vom Shopfloor bis zur Führungsebene. Dabei werden sowohl Effizienz als auch Innovationsfähigkeit (Ambidextrie) sowie Schlüsselkompetenzen wie Systemdenken, Führung und Kollaboration adressiert.

Zur Qualifizierung werden innovative Formate wie Gamification, Simulationen, Co-Creation-Ansätze und Living Labs entwickelt. Ergänzend entstehen neue Tätigkeitsprofile und (Mikro-)Weiterbildungsangebote, die auch in bestehende Hochschulcurricula integriert werden sollen.

Die Umsetzung erfolgt zunächst in drei Pilotunternehmen. Anschließend ist eine Skalierung über Werkstätten und Schaufenster geplant – unter Einbindung bestehender Labore und Maschinenparks. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz sowie Ressourcen- und Energieeffizienz der Unternehmen zu stärken, Emissionen und Abhängigkeiten zu reduzieren und zirkuläre Geschäftsmodelle sowie Logistikprozesse zu entwickeln.

Langfristig soll ein tragfähiges Geschäftsmodell etabliert werden, das die Verstetigung und Übertragbarkeit der Projektergebnisse sicherstellt.

Projektnutzen: Resilienz steigern, Umweltwirkungen reduzieren

Im Bergischen Städtedreieck zwischen Remscheid, Solingen und Wuppertal sind zahlreiche verarbeitende KMU angesiedelt, die momentan vor einer großen Herausforderung stehen: die notwendige Transformation von einer linearen zu einer zirkulären Wertschöpfung bei gleichzeitigem Fachkräftemangel und Kompetenzlücken. Dabei gilt es, folgende Problemfelder in Angriff zu nehmen:

  • Geringe Zirkularität: Aktuell kommen beispielsweise bei der Herstellung neuer Produkte nur rund 12 Prozent Rezyklate (also wiederverwertete Materialien) zum Einsatz – so eine Studie des NABU.
  • Unzureichende Nutzung von R-Strategien: Maßnahmen wie Reuse, Repair oder Remanufacturing, die große ökologische wie ökonomische Potenziale versprechen, werden bislang kaum angewendet.
  • Fehlende CE-Kompetenzen: Strategische und operative Fähigkeiten im Bereich Circular Economy sind oft nicht vorhanden, was den Transfer in die betriebliche Praxis erschwert.

Im Projekt »bergisch.kompetenz« entstehen innovative Bildungs- und Wissenstransferangebote, um diese Probleme in Angriff zu nehmen. Die Unternehmen sollen befähigt werden, den Wandel zur Kreislaufwirtschaft umzusetzen. Dadurch sind sie in der Lage, innerhalb planetarer Grenzen zu agieren, Material- und Energieabhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit heute und in Zukunft zu sichern.

Zwischenergebnisse: Basispapiere, Bildungsformate und Lösungskonzepte liegen bereits vor

Für die erfolgreiche Transformation zur Kreislaufwirtschaft liegen bereits fundierte Basispapiere zu den erforderlichen CE-Kompetenzen auf allen Unternehmensebenen vor. Zudem werden derzeit in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen verschiedene Formate zur Wissens- und Kompetenzvermittlung erprobt. Motivationale und psychologische Kompetenzen werden partizipativ weiterentwickelt, an das Konzept der Kreislaufwirtschaft angepasst und praxisnah implementiert. Parallel dazu arbeiten Forschende von Fraunhofer UMSICHT zusammen mit Partnern und den drei Industrieunternehmen in verschiedenen Task Forces bereits an konkreten Lösungskonzepten auf Produkt- und Geschäftsmodellebene. 

Projektpartner

  • Neue Effizienz gGmbH / Wuppertal
  • Wuppertal Institut gGmbH / Wuppertal
  • Bergische Universität Wuppertal
  • FGW Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. / Remscheid
  • Collaborating Centre on sustainable consumption and production gGmbH (CSCP) / Wuppertal
  • Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheit-, Energietechnik UMSICHT / Oberhausen
  • Technische Akademie Wuppertal e.V. (TAW)/ Wuppertal
  • BECK UND CONSORTEN GmbH/ Wuppertal
  • Bauer Böcker GmbH Co. KG / Remscheid
  • P.F. FREUND CIE. GmbH/ Wuppertal
  • MUCKENHAUPT & NUSSELT GmbH & Co. KG/ Wuppertal

Förderung

Förderung bergisch.kompetenz

Laufzeit: April 2024 bis März 2027

 

 

Das Projekt »bergisch.kompetenz« wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027) im dazugehörige Förderaufruf »Regio.NRW – Transformation« gefördert und vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV) kofinanziert.