+SeniorDesignLab

Design Thinking und dezentrale Produktion für bessere Alltagshelfer

Pressemitteilung / 13.9.2017

Selbstständigkeit behalten bis ins hohe Alter. Im Projekt +SeniorDesignLab entwickeln Jung und Alt, Profi und Laie, Hausfrau und Tüftler bedürfnisorientierte Helfer für den eigenen Alltag – von der ersten Idee bis zum Prototypen. Dahinter steckt eine veränderte Form der Innovationsmethode Design Thinking. Fraunhofer UMSICHT sucht hierfür ab sofort Ideengeber und digitale Handwerker.

Realisierung konkreter Produktideen: +SeniorDesignLab.
© Foto Fraunhofer UMSICHT

Realisierung konkreter Produktideen: +SeniorDesignLab.

In der DEZENTRALE stehen modernste Produktionsmittel, z. B. 3D-Drucker, zur Verfügung.
© Foto Fraunhofer UMSICHT

In der DEZENTRALE stehen modernste Produktionsmittel, z. B. 3D-Drucker, zur Verfügung.

»Der Design-Output von transdisziplinären und altersgemischten Teams ist kreativer und nachhaltiger für die Gestaltung des demografischen Wandels.« Mit dieser Forschungshypothese tritt das Team des vor kurzem gestarteten Projekts +SeniorDesignLab an, um Bürger, Unternehmen und die Kreativwirtschaft auf die Bedürfnisse der immer älter werdenden Gesellschaft in Deutschland vorzubereiten. Denn immer mehr Menschen werden künftig im Alltag auf Hilfsmittel angewiesen sein. »Doch was genau wird benötigt? Und: Welchen Einfluss haben moderne digitale Produktionsmethoden (Direct Digital Manufacturings, DDM) auf Vertrieb und Produktion dieser Hilfsmittel?« Das fragt Sabrina Schreiner aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer UMSICHT.

Nutzer im Fokus

Unter der Leitung von Fraunhofer UMSICHT und mit Unterstützung von Wirtschaftspsychologen wollen Designer, Ingenieure und Techniker gemeinsam mit Menschen der »Generation 55+« Produkte entwickeln, die mobiler machen, den Alltag sicherer gestalten und fit halten. Die Teilnehmenden kommen aus den verschiedensten Bereichen, mit unterschiedlichstem Background. »Wir beziehen von Anfang an nicht nur Profis, sondern bewusst Laien und insbesondere diejenigen mit ein, die die Produkte später hauptsächlich nutzen«, so Schreiner. Denn sie seien es schließlich, die den besten Blick für die Bedürfnisse haben. Die im +SeniorDesignLab angewendete Innovationsmethode basiert auf dem Ansatz des Design Thinkings. Der Unterschied hier: Die Zielgruppe (Persona) ist voll integrierter Teil des Entwicklungsprozesses, von der Ideenfindung bis zum Prototypen.

DEZENTRALE Dortmund

Ab April 2018 startet die Ideenfindungsphase des +SeniorDesignLabs. Dazu treffen sich altersgemischte Gruppen von sechs bis zehn Personen in der offenen digitalen Werkstatt (FabLab) DEZENTRALE in Dortmund. Sie sammeln in einem gesteckten Zeitrahmen von zwei Stunden unzählige bedürfnisorientierte Ideen. Hierfür werden gute Beobachter gesucht, die sich fragen: Was kann auf welche Weise sicherer gemacht werden? Wie ist eine Alltagsaufgabe stressfreier und selbstständiger zu bewältigen?

Als nächstes geht es an die Realisierung konkreter Produktideen. In der DEZENTRALE stehen 3D-Drucker, 3D-Scanner, Lasercutter, CNC-Fräse und weitere moderne Produktionsmittel zur Verfügung. Die Teilnehmenden nutzen die Möglichkeiten der dezentralen Produktion, basierend auf modernen Fertigungstechnologien an der Schnittstelle zum traditionellen Handwerk. Nach einer theoretischen und praktischen Einführung bauen sie mit den Experten die ersten Prototypen. Schreiner: »Für diesen Teil des Projekts benötigen wir die Mithilfe von handwerklich Interessierten, die neben Know-how vor allem Kreativität im Tüfteln und Experimentieren mitbringen.«

Anmelden und mitmachen

Das +SeniorDesignLab sucht ab sofort Menschen ab 55 Jahren, die an der Entstehung nutzbarer Alltagshelfer mitwirken möchten. Je nach Interesse gibt es zwei Möglichkeiten, sich einzubringen: als Ideengeber oder digitaler Handwerker.

Partner
Projektkoordination: Fraunhofer UMSICHT I Sanitätshaus Kraft  I International School of Management I MMID GmbH

Förderhinweis
»+SeniorDesignLab« wird gefördert mit einer Zuwendung des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 »Investitionen in Wachstum und Beschäftigung«. Projektträger: LeitmarktAgentur.NRW • Projektträger Jülich.