Ihre Herausforderung: Defossilisierung von Chemie und Luftfahrt
Die chemische Industrie und der Luftfahrtsektor stehen im Zentrum der globalen Defossilisierung: Für die Herstellung CO2‑basierter Chemikalien und nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) werden bis 2050 weltweit mehr als eine Milliarde Tonnen CO2 pro Jahr als alternative Kohlenstoffquelle benötigt. Gleichzeitig steigen der regulatorische Druck, die Anforderungen an Klimaneutralität sowie der Bedarf an wirtschaftlich tragfähigen und skalierbaren Technologien.
Die CO2‑Elektrolyse gilt als vielversprechender Ansatz, diese Herausforderungen anzugehen. Schließlich ermöglicht sie die direkte Elektrifizierung chemischer Prozesse mit erneuerbarem Strom. Abhängig von Technologie und Komponenten lassen sich gezielt Kohlenmonoxid, Ethylen, Alkohole (z. B. Ethanol, n‑Propanol) sowie organische Säuren herstellen – zentrale Vorstufen sowohl für SAF‑Produktionspfade (z. B. Fischer‑Tropsch, Oligomerisierung) als auch für chemische Wertschöpfungsketten.
Unternehmen, die CO2‑Elektrolyse in ihre Prozesse integrieren oder entsprechende Technologien entwickeln wollen, stehen dabei vor einer Reihe konkreter technischer und wirtschaftlicher Herausforderungen:
- Energie‑ und Kosteneffizienz der CO2‑Umwandlung in zentrale Ausgangsstoffe unter industriell relevanten Betriebsbedingungen
- Integration der CO2‑Elektrolyse in bestehende Produktionsketten, insbesondere in SAF‑Routen und chemische Downstream‑Prozesse
- Auswahl und Optimierung von Elektrolyseur‑Komponenten (z. B. Katalysatoren, Elektroden, Membranen) zur gezielten Produktselektivität
- Zell‑ und Stackdesigns, die skalierbar, stabil und mit industriellen Druck‑, Temperatur‑ und Lastprofilen kompatibel sind
- Umgang mit variabler CO2‑Qualität, z. B. aus Rauchgasen oder Direct‑Air‑Capture, und deren Einfluss auf Effizienz, Degradation und Lebensdauer
- fehlende unabhängige Langzeitvalidierung von Komponenten, Zellen und Stacks unter industriell relevanten Bedingungen
- fehlende belastbare Daten zur technisch‑wirtschaftlichen Machbarkeit als Grundlage für Investitions‑ und Skalierungsentscheidungen
- hohe Entwicklungs‑ und Investitionsrisiken beim Übergang vom Labor‑ zum Pilot‑ oder Demonstrationsmaßstab
- begrenzte Test‑ und Entwicklungsinfrastruktur, um eigene Technologien, Materialien oder Prozesskonzepte unabhängig zu prüfen
Industriekunden benötigen daher einen Partner, der alle relevanten Ebenen der CO2‑Elektrolyse systematisch zusammenführt – von der elektrochemischen Reaktion über Zell‑ und Stackebene bis hin zur Einbindung in industrielle Prozesse und zur Vorbereitung kommerzieller Anwendungen.
Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT