Bürgerforschungsprojekt SAIN

Urban Farming gemeinsam voranbringen

Pressemitteilung / 18.1.2018

Vom Balkongarten bis zur Aquaponikanlage – schon heute gibt es zahlreiche lokale Aktivitäten zur Nahrungsmittelversorgung in den Städten. Fraunhofer UMSICHT und der Wissenschaftsladen Bonn wollen das Wissen und die Erfahrung der Stadtfarmer gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern bündeln und weiterentwickeln. Im Idealfall könnte ein kreislauffähiges Gesamtsystem von der Erzeugung bis zur Verteilung entstehen. Die Bürgerauftaktveranstaltung zum Projekt SAIN findet am 1. Februar in Oberhausen statt. Hier fällt auch der Startschuss für einen ersten Bürgerpilzgarten.

Blick in die Aquaponik-Anlage bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen.
© Foto Fraunhofer UMSICHT

Blick in die Aquaponik-Anlage bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen.

SAIN: Städtische Agrikultur – Innovation entwickeln.

SAIN: Städtische Agrikultur – Innovation entwickeln.

Die Weltbevölkerung steigt stetig an. 2050 werden schätzungsweise neun Milliarden Menschen auf der Erde leben, der Großteil in Ballungszentren. Eine der größten Herausforderungen wird die Versorgung mit Nahrungsmitteln sein. Eine Ergänzung zur konventionellen Landwirtschaft sehen Experten im Urban Farming. Doch können die beiden Systeme nebeneinander bestehen? Und wie können die beteiligten Akteure nachhaltig und effizient zusammenarbeiten?

Fraunhofer UMSICHT, der Wissenschaftsladen Bonn und interessierte Bürger arbeiten im Rahmen des gut zwei Jahre dauernden Projekts SAIN (Städtische Agrikultur – Innovation entwickeln) gemeinsam an der Beantwortung dieser Fragen. Es wird ein Netzwerk von Wissenschaft, Produzenten und Bürgern vor Ort entlang der Nahrungsmittelproduktion aufgebaut. Gemeinsam werden Konzepte für die Kleinproduktionen und die Verteilung der erzeugten Nahrungsmittel entstehen. Im Mittelpunkt: die gemeinsame Erforschung und Realisierung. Die Akteure betrachten dazu in der Praxis zwei Erntefolgen in Oberhausen und Bonn, bei denen u. a. Obst und Gemüse angebaut werden.

Forschende Laien auf Augenhöhe mit der Wissenschaft

Von besonderer Bedeutung für das Projekt sind die Bürger. Ihr alltagspraktisches Wissen fließt von Anfang an mit ein. »Das Projekt SAIN ist ein Bürgerforschungsprojekt. Die Bürger lernen verschiedene Forschungsmethoden kennen und können diese dann an einer, auch gerne eigen kreierten, Forschungsfrage im Bereich der urbanen Nahrungsmittelproduktion anwenden«, erklärt Projektleiterin Simone Krause aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement bei Fraunhofer UMSICHT. Im Idealfall entsteht so ein kreislauffähiges Gesamtsystem, das künftig auch in anderen Städten genutzt werden kann. Es kann zeigen, dass urbane Landwirtschaft nicht nur ökologische und soziale, sondern vielleicht auch ökonomische Vorteile in Ergänzung zur konventionellen Landwirtschaft hat.

Auftaktveranstaltung: Herzlich Willkommen

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, am Projekt SAIN teilzunehmen. Die Auftaktveranstaltung findet am 1. Februar um 18 Uhr im Haus Ripshorst in Oberhausen statt. Ein gemeinsamer Ideen- und Erfahrungsaustausch soll dazu dienen, die Bedarfe sowie die Fähigkeiten jedes Einzelnen kennenzulernen. Auch können sie direkt in die Projektarbeit hineinschnuppern, denn gemeinsam geht es an die ersten Schritte zum Aufbau eines Bürgerpilzgartens in Oberhausen.

Anmeldung zur Auftaktveranstaltung bitte per E-Mail an Katharina Wessling.

Förderhinweis
Das Projekt wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es gehört zu 13 Projekten, die bis Ende 2019 die Zusammenarbeit von Bürgern und Wissenschaftlern inhaltlich und methodisch voranbringen und Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen geben sollen. Weitere Informationen beim BMBF und bei Bürger schaffen Wissen.