Projektstart

Dekarbonisierung von Fuhrpark und Betriebshof – mit Fokus auf Ladeinfrastruktur, Netz und Speicher

Pressemitteilung /

Logistikunternehmen stehen aktuell unter wachsendem Transformationsdruck: Der energieintensive Straßengüterverkehr geht mit hohen fossilen Kraftstoffverbräuchen und somit aktuell schwer planbaren Kraftstoffkosten einher. Gleichzeitig steigen die Anforderungen von Regulatorik und Kunden an nachhaltige Lieferketten in der Logistik. Wie sich unter diesen Rahmenbedingungen eine treibhausgasarme Energie- und Mobilitätsstrategie entwickeln lässt, untersuchen das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und die Joachim Schultz GmbH (JSG) gemeinsam in einem geförderten Projekt.

Transformationsplan für klimaneutrale Logistikstandorte
© Fraunhofer UMSICHT
Dr.-Ing. Jochen Nühlen (Fraunhofer UMSICHT), Annika Teske und Joachim Schultz (beide Joachim Schultz GmbH), Lennart Schürmann und Dr.-Ing. Matthias Lehmkühler (beide Fraunhofer UMSICHT), Martin Hinzmann (OWT Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH).

Ziel der Zusammenarbeit ist die Erstellung eines Transformationsplans im Rahmen der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft. Die beiden Unternehmensstandorte in Oberhausen und Duisburg sollen so ausgerichtet werden, dass sie spätestens 2045 klimaneutral betrieben werden können – ohne dabei wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Als Etappenziel ist vorgesehen, die direkt und indirekt verursachten Emissionen innerhalb der nächsten zehn Jahre um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2025 zu senken.

Den Ausgangspunkt bildet eine umfassende Bestandsaufnahme: Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen werden systematisch erfasst und ausgewertet. Auf dieser Grundlage entwickelt Fraunhofer UMSICHT ein integriertes Maßnahmenpaket, das Effizienzsteigerungen, den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien sowie Optionen zur Elektrifizierung und zur Nutzung von Speicher- und Flexibilitätslösungen zusammenführt. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterentwicklung der betrieblichen Mobilität. Hierzu zählen unter anderem:

  • Ausbau und bedarfsgerechte Optimierung der Ladeinfrastruktur auf dem Betriebsgelände
  • Analyse der Netzanschlusssituation sowie Möglichkeiten zur Lastverschiebung
  • Einsatz von Batteriespeichern zur Reduzierung von Lastspitzen und zur besseren Nutzung vor Ort erzeugten Stroms
  • Entwicklung eines schrittweisen Umstellungspfads für die Fahrzeugflotte, etwa mit batterieelektrischen und/oder alternativen Antriebstechnologien, abgestimmt auf die tatsächlichen Einsatzprofile der JSG

Neben technischen Aspekten fließen auch wirtschaftliche Bewertungen in die Ausarbeitung ein. Verschiedene Szenarien ermöglichen es, Investitionsentscheidungen transparent vorzubereiten und Maßnahmen in sinnvollen Stufen umzusetzen. Die Ergebnisse werden in einem konsistenten Transformationsplan gebündelt, der als strategische Entscheidungsgrundlage dient und durch die Einbindung relevanter Akteurinnen und Akteure im Unternehmen praxisnah verankert wird.

Ergänzend wird geprüft, inwieweit sich für den Standort Oberhausen im Gewerbegebiet Lipperfeld perspektivisch Ansätze für eine standortübergreifende Energieversorgung entwickeln lassen. Eine mögliche Quartierslösung, von der mehrere Unternehmen profitieren könnten, wird dabei zunächst konzeptionell betrachtet. Im Rahmen des Transformationsplans werden hierfür die grundlegenden Voraussetzungen und Potenziale analysiert, ohne dass eine konkrete Umsetzung Bestandteil des aktuellen Projekts ist.

Förderung und Einordnung

Die Erstellung von Transformationsplänen wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW, Modul 5) unterstützt. Der Transformationsplan für JSG orientiert sich an diesen Vorgaben und schafft eine belastbare Grundlage, um die Energiewende in einem Logistikunternehmen strukturiert, wirtschaftlich tragfähig und langfristig umzusetzen. Die Ergebnisse aus dem Projekt sind auf andere Logistikstandorte übertragbar

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