Local Energy Systems
Erfahrungsaustausch im Fokus: Vertreterinnen und Vertreter von 17 Forschungsprojekten nahmen am ersten »KommWeiter«-Vernetzungstreffen teil
Die kommunale Wärmewende ist eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele. Damit aus Wärmeplänen konkrete Maßnahmen werden, braucht es praxistaugliche Lösungen, den Austausch zwischen Wissenschaft und Kommunen sowie die aktive Einbindung relevanter Akteure. Vor diesem Hintergrund trafen sich am 1. und 2. Oktober rund 70 Teilnehmende beim Vernetzungstreffen des Projekts »KommWeiter« in Berlin, um Erfahrungen auszutauschen und andere Forschungsprojekte mit ähnlichen Fragestellungen kennenzulernen.
Wie gelingt die Umsetzung der kommunalen Wärmewende auf Quartiersebene? Welche Rolle spielen Kommunen, Energieversorger, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger? Und wie lassen sich Wärmeplanung und Energiesystem besser zusammendenken? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Vertreterinnen und Vertreter der 17 aktuellen Forschungsprojekte des Förderschwerpunkts »Vom Plan zur Wende«, der im 8. Energieforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) angesiedelt ist. Beim Vernetzungstreffen des Synthese- und Transferprojekts »KommWeiter« wurde in unterschiedlichen Austausch- und Kennenlernformaten sowie fachlichen Workshops rege diskutiert. Die Gespräche machten deutlich: Viele Projekte stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Gleichzeitig wurden unterschiedliche Herangehensweisen und Perspektiven sichtbar, die sich gegenseitig ergänzen und wertvolle Impulse für die Umsetzung vor Ort liefern.
Ein zentrales Thema der Projekte ist die Beteiligung relevanter Akteure. Die Teilnehmenden berichteten von Herausforderungen bei der Einbindung von Unternehmen, Energieversorgern, Immobilienwirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern. Einigkeit bestand darüber, dass eine zielgruppengerechte Kommunikation entscheidend ist, um gemeinsam tragfähige und akzeptierte Lösungen für die zukünftige Wärmeversorgung zu entwickeln.
Welche Rolle spielen Kommunen bei der Umsetzung von Wärmeplänen?
Intensiv diskutiert wurde zudem die Rolle der Kommunen. Dabei stellte sich die Frage, ob Kommunen bei der Umsetzung von Wärmeplänen vor allem koordinierend tätig sein oder selbst als zentrale Umsetzungsakteure agieren sollten. Ebenso wurde über notwendige personelle und finanzielle Ressourcen sowie über die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche innerhalb der Verwaltung gesprochen.
Weitere Herausforderungen sahen die Forschenden unter anderem beim Zugang zu relevanten Daten, bei der Finanzierung von Wärmewende-Projekten und der Entwicklung geeigneter Geschäftsmodelle. Auch die Koordination unterschiedlicher Planungshorizonte und Interessen verschiedener Akteure wurde als wichtiger Erfolgsfaktor identifiziert. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die kommunale Wärmewende stärker als bisher im Zusammenhang mit dem Stromsystem betrachtet werden muss.
»Alle hier versammelten Projekte haben dasselbe Ziel: die kommunale Wärmeplanung gemeinsam mit lokalen Akteur*innen in die Umsetzung bringen. Es ist inspirierend zu sehen, mit wie viel Motivation und guten Ideen alle in ihre Projektarbeit gestartet sind«, betonte Dr.-Ing. Anne Hagemeier von Fraunhofer UMSICHT. »Die Gespräche zeigten zudem den hohen Wert des persönlichen Austauschs. Viele Projektvertreterinnen und -vertreter vereinbarten eine vertiefte Zusammenarbeit, um Erkenntnisse zu teilen, Synergien zu nutzen und gemeinsam Lösungen für die Wärmewende in Kommunen weiterzuentwickeln.«
»KommWeiter«: Forschung vernetzen, Wissen in die Praxis bringen
Das Syntheseprojekt »KommWeiter«, das von Fraunhofer UMSICHT als Verbundkoordinator gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Reiner Lemoine Institut (RLI) umgesetzt wird, begleitet die Forschungsprojekte des Förderschwerpunkts »Vom Plan zur Wende«. Zielsetzung: die Projekte untereinander zu vernetzen, die Ergebnisse der geförderten Vorhaben systematisch auszuwerten, in einer übergreifenden Synthese zusammenzuführen und für Kommunen sowie weitere Praxisakteure nutzbar aufzubereiten.
Die Forschenden untersuchen insbesondere sechs Themenfelder: die Umsetzung der Wärmeplanung im Quartier, die Wechselwirkungen mit dem Energiesystem, kommunale Zuständigkeiten und Unterstützungsformate, die Zusammenarbeit lokaler Akteure, Partizipation und Akzeptanz sowie Datenmanagement und innerkommunalen Wissenstransfer. Neben den jährlichen großen Vernetzungstreffen unterstützen Workshops und weitere Formate den Austausch zwischen den Projekten.
Das »KommWeiter«-Team bereitet Erkenntnisse für die Praxis auf und trägt dazu bei, dass Forschungsergebnisse schneller in Kommunen und andere relevante Akteursgruppen gelangen. Dazu trägt auch die Veranstaltungsreihe »Komm.InFahrt« bei, die sich an kommunale Vertreterinnen und Vertreter richtet und in der Lösungsoptionen für die kommunale Wärmewende vorgestellt werden – u.a. aus den »Von Plan zur Wende«-Projekten.
Letzte Änderung:
Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT