Transformationsplan für ein Logistikunternehmen

Strategische Dekarbonisierung der Energie- und Mobilitätsinfrastruktur der Cremerius-Transport-Service GmbH (CTS) am Standort Duisburg

Logistikunternehmen mit Photovoltaik auf dem Hallendach

Im Projekt wurde ein Transformationsplan für den Logistikstandort der Cremerius Transport Service GmbH (CTS) erarbeitet. Ziel war die Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Dekarbonisierungspfads.

Projektziele: Transformationsplan für eine wirtschaftlich tragfähige Dekarbonisierung

Im Mittelpunkt des Projekts stand die strategische Weiterentwicklung der Energieversorgung des Logistikstandorts der Cremerius‑Transport‑Service GmbH (CTS) im Umfeld des Duisburger Hafens. Dazu wurde ein Transformationsplan nach den Vorgaben der BAFA‑Förderrichtlinie »Energie‑ und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW)« (Modul 5) erarbeitet.

Aufbauend auf einer ganzheitlichen Analyse wurden konkrete Maßnahmen und Umsetzungspfade entwickelt, um den Standort schrittweise bis 2045 treibhausgasneutral auszurichten. Als Mindestziel war vorgesehen, die direkten und indirekten Emissionen (Scope 1 und 2) innerhalb von zehn Jahren, um 40 Prozent zu senken. Zentrale Fragestellungen betrafen dabei die systematische Dekarbonisierung der Mobilität sowie die Priorisierung der wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen zum Erreichen des Mindestziels:

  • Wie kann ein Logistikunternehmen mit energieintensivem Schwerlastverkehr systematisch und nachvollziehbar dekarbonisieren?
  • Wie hoch ist der Einfluss einzelner Maßnahmen auf die Emissionsreduktion?
  • Welche Technologien sind heute schon wirtschaftlich einsetzbar, welche eher mittel- und langfristig?
  • Wie lassen sich die Investitionen priorisieren, wenn mehrere Szenarien möglich sind?

Projektnutzen: Transformationsplan für eine wirtschaftlich tragfähige Dekarbonisierung

Logistikstandorte stehen bei der Energietransformation vor besonderen Entscheidungsaufgaben: steigende Leistungsanforderungen, ein wachsender Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge und die enge Verknüpfung von Verkehr, Gebäuden und Energieinfrastruktur. Am CTS‑Standort im Umfeld des Duisburger Hafens kommen diese Anforderungen in einem trimodalen Logistikbetrieb zusammen. Der Transformationsplan übersetzt diese Ausgangslage in eine strukturierte, wirtschaftlich belastbare Entwicklungsstrategie für den Standort.

Ein zentraler Nutzen liegt in der Planungssicherheit für Investitionen. Der Transformationsplan zeigt auf, welche Maßnahmen technisch umsetzbar sind, welche Kosten und Emissionsreduktionen zu erwarten sind und in welcher Reihenfolge Investitionen sinnvoll priorisiert werden können. Dadurch erhält CTS eine belastbare Grundlage für Entscheidungen zu Energieversorgung, Ladeinfrastruktur und Flottentransformation.

Gleichzeitig berücksichtigt der Transformationsplan gezielt Unsicherheiten in Technologie und Marktumfeld, etwa beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Schwerlastverkehr oder bei der Preisentwicklung von Energie. Mithilfe von Szenarien wird aufgezeigt, wie unterschiedliche Entwicklungen berücksichtigt werden können, ohne das übergeordnete Emissionsziel aus den Augen zu verlieren. Alle untersuchten Zielbilder erfüllen dabei die geforderte Emissionsminderung gegenüber dem heutigen Zustand und erlauben eine schrittweise Anpassung auf Basis praktischer Betriebserfahrungen.

Ein weiterer Mehrwert entsteht durch die abgestimmte Betrachtung von Energieversorgung und Mobilität. Der Transformationsplan verknüpft die Entwicklung der stationären Energieinfrastruktur mit der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte und macht Wechselwirkungen sichtbar – etwa bei Leistungsbedarf, Lastspitzen oder dem Einsatz von eigen erzeugtem PV-Strom. So entsteht eine konsistente Strategie statt isolierter Einzelmaßnahmen.

Der erstellte Transformationsplan ermöglicht CTS zudem eine transparente und nachvollziehbare Erfassung der standortbezogenen Emissionen. Er schafft somit eine belastbare Grundlage für Emissionsmanagement, zukünftige Berichtsanforderungen und die Einordnung der umgesetzten Maßnahmen.

Die im Projekt entwickelten Vorgehensweisen sind auf vergleichbare Logistikstandorte mit eigener Fahrzeugflotte übertragbar. Insbesondere für energieintensive Standorte, die vor ähnlichen Entscheidungen zur Elektrifizierung und Energieinfrastruktur stehen, bietet der Transformationsplan eine strukturierte und nachvollziehbare Orientierung.

Projektergebnis: Konkrete Maßnahmen, Szenarien und priorisierter Umsetzungspfad bis 2045

Für das Referenzjahr wurde eine vollständige Erfassung des Energiebedarfs und der Treibhausgasemissionen nach GHG-Protokoll durchgeführt. Der Energiebedarf wird dominiert von Diesel für den Schwerlastverkehr, der über 80 Prozent der Gesamtemissionen verursacht. Fast alle gemessenen Energiemengen – und somit auch Emissionen – konnten den einzelnen Anlagen und Prozessen am Standort zugeordnet werden. Aus initial diskutierten Maßnahmen wurden 13 erfolgsversprechende Einzelmaßnahmen ausgewählt und diese anschließend techno-ökonomisch und ökologisch bewertet und in den finalen Transformationsplan aufgenommen.

Bereits während der Projektlaufzeit wurden drei Maßnahmen erfolgreich umgesetzt: Die Umstellung der Öl-Heizungsanlagen auf Wärmepumpen, die laufende Elektrifizierung der PKW-Flotte und der Bezug von Grünstrom. Aufgrund von Unsicherheiten bezüglich Ladeinfrastruktur und Technologieentwicklung wurden drei mögliche Szenarien entwickelt, die jeweils eine unterschiedliche Kombination aus Elektrifizierung und alternativen Kraftstoffen vorsehen. Alle drei Szenarien übertreffen das Mindestreduktionziel von 40 Prozent deutlich mit jeweils Reduktionen von über 80 Prozent.

Nach umfassender Bewertung wurde ein Transformationspfad ausgewählt, der eine Reduktion des Endenergiebedarfs und eine Emissionsreduktion im Soll-Zustand von etwa 90 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand vorsieht. Ein detaillierter Zeitplan bis zum Zieljahr wurde erstellt, der nach einem Testbetrieb eine strategische Entscheidung über die finale Umsetzung vorsieht. Zur Sicherstellung wurden regelmäßige Austauschformate vereinbart, um auf veränderte Rahmenbedingungen flexibel reagieren zu können.

Projektpartner

  • Cremerius-Transport-Service GmbH

Förderung

Das Projekt wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) durch die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) Modul 5 (Transformationsplan) gefördert. 


Laufzeit:
Oktober 2024 bis Oktober 2025
Kennzeichen: 16TK0990